Künftig könnte für den
Firefox-Entwickler Mozilla einiges anders laufen, als bisher: Mit Google als einzigen Geldgeber ist ein mächtiger Konkurrent herangewachsen. Die Gefahr besteht, dass der Suchmaschinenbetreiber künftig den Feuerfuchs zugunsten der Eigenproduktion
Chrome fallen lassen könnte.
Google drückt auf die Tube
Bislang hat Google Geld in die Entwicklung des Firefox gesteckt, damit dieser im Gegenzug mit einer exklusiven Google-Suchfunktion ausgestattet wird. Im September preschte der IT-Riese jedoch mit einem eigenen Browser vor: Chrome sollte als schlanke Alternative die Massen begeistern. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das jedoch noch nicht umgesetzt werden konnte. Ende November brachte Chrome es auf einen weltweiten Marktanteil von 0,83 Prozent, der Firefox kam auf 20,78 Prozent, der bislang ungeschlagene Sieger bleibt der Internet Explorer: 69,77 Prozent –
Tendenz fallend.
Dennoch lässt sich Google nicht entmutigen und drückt seither auf die Tube: erst Anfang des Monats verließ Chrome die
Beta-Phase, einen Tag später bemerkte der "Google Watch Blog", dass der Firefox im Google Pack seinen Status als Standard-Browser verloren hatte – zugunsten von Chrome, der nun bei Neuinstallationen automatisch ausgewählt ist.
Quelle: Net Applications
Drei Jahre Zeit zum Reagieren
"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass sich die Dinge nicht verkompliziert haben", beschreibt Mozilla-Chef John Lilly die neue Beziehung zum Finanzpartner Google gegenüber "Computerworld". Erst im August sei die gemeinsame Partnerschaft vertraglich verlängert worden. "Unternehmen kooperieren in bestimmten Gebieten – und konkurrieren in anderen", so Lilly. "Wir kooperieren mit Google, weil wir glauben, dass die Suche ein fundamentaler Einstiegspunkt in das Netz ist – und derzeit bietet Google die beste Sucherfahrung." Dass die Zusammenarbeit allerdings ewig dauern wird, glaubt Lilly nicht: "Unser derzeitiges Abkommen umschließt einen Zeitraum von drei Jahren - den längsten, den wir jemals hatten." Der Horizont sei damit weit gesteckt. "Das heißt, wir müssen jetzt nicht überschnell reagieren, doch innerhalb der kommenden drei Jahre sollten wir damit fortfahren, zum einen neue Produkte – und auch neue Einnahmequellen zu entwickeln."