2008 sollte das Jahr der Konsolidierung auf dem deutschen
DSL-Markt werden. Doch passiert ist nur wenig. Die DSL-Sparte der
freenet AG entpuppte sich als Ladenhüter und auch die Telecom-Italia-Tochter Hansenet mit ihrer Marke
Alice ist immer noch nicht unter der Haube. Einzig der Düsseldorfer Anbieter
Versatel konnte sich zwei kleine
Kabelnetzbetreiber einverleiben und damit seine Unabhängigkeit von Anschlüssen der Deutschen Telekom ausbauen. Als eines der Hindernisse für weitere Übernahmen gilt unter Marktbeobachtern die angespannte Lage auf den Kreditmärkten. Mit Notverkäufen in der bislang vergleichsweise krisenresistenten Telekombranche rechnen sie eher nicht.
Fusionsdruck wächst 2009
Die Notwendigkeit weiterer Zusammenschlüsse unter den
Providern sehen viele Experten aber immer noch - insbesondere für die kleineren Spieler. Denn der
DSL-Boom flaut weiter ab und manche
DSL-Anbieter wie Freenet kämpfen inzwischen sogar mit einem Kundenschwund. Der Branchenverband VATM erwartet, dass das Wachstum in dem Bereich in den nächsten Jahren abflacht. Für das laufende Jahr rechnet der Verband nur noch mit 3,2 Millionen neuen reinen DSL-Kunden, nachdem in den vergangenen Jahren jeweils rund vier Millionen Kunden gewonnen werden konnten. Andere Schätzungen sind noch pessimistischer. Hinzu kommt der erbitterte Preiskampf in der Branche.
Nur wenige Anbieter bleiben übrig
Experten sind sich angesichts dieser Entwicklung sicher, dass die Konsolidierung nur noch eine Frage der Zeit ist. "Am Ende werden neben der Telekom zwei oder drei
DSL Anbieter und zwei oder drei Kabelanbieter übrigbleiben", sagt Sal.-Oppenheim-Analyst Frank Rothauge. "Der Weg dahin ist aber schwieriger, als man denkt."
Die einzelnen Beteiligten müssten sich an einen Tisch setzen - ansonsten verpassen die Anbieter nach Meinung des Analysten Synergien in dreistelliger Millionenhöhe. "Das ist richtig viel Geld, das auf der Straße liegt." Teil des Problems sei die aktuelle Wirtschaftskrise. Niemand sei im Moment in der Lage, aus eigener Kraft bar zu bezahlen. Zukäufe seien nur über Aktien oder andere Arten der Unternehmensbeteiligung möglich. "Und hier haben alle Angst, etwas, zu kaufen, was nicht passt." Auch der VATM sieht die Finanzkrise als Bremsklotz für Fusionen und Übernahmen.