Suchmaschinen sind die Wegweiser im digitalen Universum. Datenreisende können jedoch kaum einschätzen, ob sie in der richtigen Galaxie unterwegs sind - oder vielleicht woanders ein Stern unentdeckt blinkt. Dirk Lewandowski will bei der Orientierung helfen: Der Professor für Informationswissenschaft an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) prüft Suchmaschinen. Seine Warnung an Cybernauten: Wer nur mit Google in den digitalen Weiten unterwegs ist, könnte einiges verpassen.
Google hat Macht
Ob "Tokio Hotel", "Barack Obama" oder "Einlagensicherungsfonds" - rund neun von zehn Internet-Suchen in Deutschland bearbeitet Google. Dabei profitiert der Marktführer aus den USA von seinem guten Ruf. "Google war seinen Konkurrenten anfangs haushoch überlegen, die Ergebnisse waren qualitativ besser", sagt Veit Siegenheim, Geschäftsführer bei Accenture und Co-Autor des Buches "Die Google- Ökonomie". Dank vieler Kooperationen sei die Suche zudem bei Partnern wie Dell oder Firefox vorinstalliert gewesen. Schnell, schlicht und treffsicher - so setzte sich das bunte Logo in den Köpfen fest.
Doch die Internet-Suche ist zu wichtig, als dass Dirk Lewandowski sich allein aufs Image verlassen wollte. "Wir nutzen Suchmaschinen jeden Tag, sie beeinflussen massiv unser Bild von der Welt", sagt er. Daher arbeitet er seit 2005 an einem Qualitätsvergleich. Er hat aus zahlreichen Studien einige Kriterien herausgeschält, anhand derer er nun die großen Anbieter prüfen möchte.
Viele Nutzlos-Infos
Erster Prüfstein ist der Index der durchsuchbaren Seiten - wie groß, vollständig und aktuell ist also der Datenbestand? Legt man die Angaben der Betreiber zugrunde, ist Google die Nummer 1: Im Juli vermeldete der Gigant, eine Billion Websites im Bestand zu haben. Doch der größte Berg Informationen ist nutzlos, wenn die Suche nicht das zu Tage fördert, was den Nutzer interessiert. Daher wird Dirk Lewandowski künftig auch die Qualität der Suchfunktionen testen.