Der Internetkonzern
Yahoo! hat jetzt die Umsetzung einer globalen Vorgabe für die Speicherung von Nutzerdaten angekündigt, die branchenweit neue Standards für den Umgang mit Nutzerdaten setzen soll. Damit will das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Rolle als Vorreiter beim Thema
Datenschutz unterstreichen und die vertrauensvollen Beziehungen zu seinen weltweit mehr als 500 Millionen Nutzern stärken.
Anonymisierung nach 90 Tagen
Demnach wird Yahoo! künftig Daten aus Nutzerprotokollen innerhalb von 90 Tagen anonymisieren - allerdings mit einigen wenigen Ausnahmen wie im Falle von Betrugsverdacht, aus Sicherheitsaspekten und dort, wo gesetzliche Vorschriften es vorschreiben. Das Vorgehen soll nicht nur für Suchprotokolldaten gelten, sondern auch für Seitenaufrufe, Seitenklicks, Anzeigenaufrufe und Anzeigenklicks. "Im Zeitalter personalisierter Online-Dienste ist der verantwortungsvolle Umgang mit Daten ein entscheidender Faktor für den Aufbau und Erhalt vertrauensvoller Nutzerbeziehungen", erläutert die Yahoo!-Datenschutzbeauftragte Anne Toth. "Wir wissen, dass unsere Nutzer relevante und ansprechende Inhalte und Werbung erwarten, wenn sie Yahoo! besuchen, doch sie möchten außerdem Gewissheit haben, dass wir für den entsprechenden Datenschutz Sorge tragen."
Keinen Unterschied für Nutzer
Die Nutzer werden in ihrem Umgang mit den Produkten und Dienstleistungen von Yahoo! keinen Unterschied bemerken, verspricht der Konzern. Zudem können Werbekunden die "interessenbasierten Online-Marketing-Angebote" wie bisher nutzen, um relevante Werbung auszuliefern. "Die neue Richtlinie zeigt unser Bestreben, Daten nur maximal so lange zu speichern, dass wir unseren Geschäftsanforderungen genügen und die vertrauensvolle Beziehung zu unseren Nutzern weiter ausbauen können", so Anne Toth weiter.
Google will Daten länger speichern
Mit einem weniger guten Beispiel in Sachen Datenspeicherung geht Konkurrent
Google voran. Der amerikanische Internetkonzern widersprach vor wenigen Tagen einer Forderung von EU-Verbraucherschützern, Daten nur noch sechs Monate lang zu speichern. Wie das Unternehmen mitteilte, wolle es seine Nutzerdaten auch weiterhin
neun Monate lang speichern. "Diese lange Zeit ist wichtig", betonte Marissa Meyer gegenüber dem Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". Sie helfe den Ingenieuren, Trends im Lauf der Zeit zu sehen und ein Gefühl für die Nutzer zu bekommen.