Immer wieder regt die Frage nach der Zukunft des Internets zu allerlei Gedankenexperimenten an. Wie wird das weltweite Netz in fünf oder zehn Jahren aussehen? Bereits zum dritten Mal hat das Pew Internet and American Life Project führende Köpfe der Branche zur Umfrage gebeten. Das Ergebnis: Bis zum Jahr 2020 werden sich das wirkliche und virtuelle Leben unweigerlich weiter aufeinander zubewegen.
Ein anderes, kein neues Internet
In zwölf Jahren geben hauptsächlich mobile Endgeräte in Sachen Zugangstechnologie den Ton an. Bedient werden viele von ihnen entweder über berührungsempfindliche Oberflächen oder direkt per Sprache. Die Experten gehen davon aus, dass das Internet in seiner bisherigen Form fortbestehen wird: Evolution, nicht Revolution wird die Entwicklung des WWW vorantreiben – einen Neuanfang in Form eines Nachfolgers soll es nicht geben. Was sich hingegen nicht ändern wird, sind die Herausforderungen, vor die auch im Jahr 2020 das Urheberrecht immer wieder gestellt wird. Rechteinhaber werden weiterhin einen harten Kampf gegen Online-Piraten führen: Der umstrittene Kopierschutz wird bleiben, allerdings zeigen immer wieder findige Raubkopierer Wege, diesen zu umgehen.
Leichterer Alltag – besseres Leben?
Die Experten wagten auch einig Prognosen, wie sich das Netz der Zukunft auf das gesellschaftliche Leben auswirkt: Eine wachsende Transparenz sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich wird nicht zwangsläufig zu mehr Integrität führen. Auch bei der Frage, ob mit dem technischen Fortschritt gleichzeitig ein Wachstum von Toleranz und Großzügigkeit unter den Menschen einhergeht, waren sich die Experten uneins. Das Internet der Zukunft wird zweifelsohne den Alltag erleichtern – doch ob es das Leben tatsächlich "besser" macht, wird weiter offen bleiben.
André Vatter