Eine LBB-Sprecherin sagte, das Institut wolle externe Sachverständige hinzuziehen, um die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Die Landesbank hat derzeit 1,9 Millionen Kreditkarten herausgegeben. Sie stellt auch Karten für andere Firmen bereit, etwa den Automobilclub ADAC oder den Internet-Versandhändler Amazon.
Landesbank zahlt bei Missbrauch
Die LBB hatte angekündigt, Kunden von eventuellen Schäden freizuhalten. Ob wegen des Skandals schon Karten gesperrt wurden, blieb unklar. Die LBB-Sprecherin verwies darauf, dass entsprechende Statistiken erst am Monatsende erstellt würden.
Harte Konsequenzen gefordert
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte harte Konsequenzen, lehnte aber eine weitere Gesetzesverschärfung ab. "Für mich ist entscheidend, dass bestehende Gesetze auch angewendet werden, bevor wir immer in eine Olympiade der Neuregelungen einsteigen", sagte Aigner der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) forderte die Länder auf, mehr Personal für die Datenschutzbehörden einzustellen, damit sie ihren Aufgaben gerecht werden könnten. Auch müssten die Behörden Daten löschen oder sperren und rechtswidrige Datenverarbeitung untersagen können, sagte Zypries der "Berliner Zeitung" (Montag). Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte der "Neuen Presse" (Montag): "Wir brauchen eine schlagkräftige Datenschutzpolizei." Der Umgang mit Daten in Privatfirmen müsse "viel stärker kontrolliert werden als bisher".
Verbraucherzentralen rechnen mit weiteren Datenlecks
Die Verbraucherzentralen prophezeiten "noch viele undichte Stellen" und forderten eine weitere Verschärfung des in Bundestag und Bundesrat zur Abstimmung anstehenden neuen Datenschutzrechts. Nötig sei auch ein Datensiegel, das den Weg der Weitergabe dokumentiere, sagte der Sprecher des Bundesverbands Christian Fronczak der dpa.
Die Kreditkartendaten waren bei der "FR" wie ein anonymes Postpaket angekommen. "Es war an den Chefredakteur adressiert", sagte Redakteur Thieme, und habe ein Adressfeld und einen Strichcode gehabt. Versuche bei der Posttochter DHL, die Herkunft anhand des Strichcodes zurückzuverfolgen, seien fehlgeschlagen.
Jörg Schamberg
/ dpa