Ausbau eines flächendeckenden Breitbandnetzes? – Ja, aber nur, wenn dafür die Regulierung zurück in ihre Schranken gewiesen wird. Stark verkürzt lautet so das Angebot, das die
Deutsche Telekom am Wochenende der Regierung unterbreitet hat.
Einflüsse auf die Wirtschaft
Das Nachrichtenportal der "Welt" will am Rande des Wirtschaftsgipfeltreffens am Sonntag im Kanzleramt erfahren haben, dass die Telekom dergleichen spruchreife Pläne bereits in der Schublade hat: Das Angebot bestehe darin, die Milliardeninvestitionen in Deutschlands Breitbandnetzen selbst zu schultern und dem Staat teure Subventionen zu ersparen. "Die Deutsche Telekom macht sich stark für den kurzfristigen deutschlandweiten Ausbau von moderner Breitband-Infrastruktur", zitiert die "Welt" René Obermann. Der Telekom-Chef sehe darin auch ein Rezept, die Binnenkonjunktur wieder anzukurbeln: "Die Telekommunikationsbranche könnte mit dem Ausbau des Breitband-Internets wichtige Wachstumsimpulse setzen, Beschäftigung sichern und damit einen großen Beitrag leisten, die Krise abzumildern“, sagte Obermann. Auch benachbarte Branchen würden von dem Ausbau profitieren.
"Investitionsfreundlichere Regulierung" gefordert
Telekom-Chef Obermann. Bild: DTAG
Ganz selbstlos wollen die Bonner dabei jedoch nicht ans Werk gehen: Sofern die internen Planungen stimmen und die Telekom bis zum Jahr 2011 tatsächlich 99 Prozent aller deutschen Haushalte mit mindestens zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an das Internet angeschlossen haben will, wären dafür Investitionen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro nötig. Obermann stellte "Welt" gegenüber klar, dass man für eine solche Summe auch ein Entgegenkommen erwarte: "Ein Weiter-so in der Regulierung können wir uns nicht mehr leisten." Ein solches Projekt sei nur zu meistern, "wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und dazu zählt in erster Linie eine insgesamt
investitionsfreundlichere Regulierung".
Als Argument führte Obermann zudem das Fazit der EU-Gipfels aus der vergangenen Woche an, wo man sich dafür aussprach, "durch Anreize im Wege der Regulierung das Breitband-Internet zu entwickeln, auch in unterversorgten Gebieten". Diese "Anreize" werden Obermann zufolge auch beim
VDSL-Ausbau eine tragende Rolle spielen – denn nur unter dieser Vorraussetzung wolle man einen "hohen Milliardenbetrag" in den Glasfaserausbau investieren.