Bürgermeister Klaus Stalter ist zufrieden. Bald haben alle Einwohner der 14 südpfälzischen Ortsgemeinden in seiner Obhut Zugang zu einer schnellen Internetverbindung. Vor allem der Besitzer einer großen Hotelanlage und die Kleinunternehmer der zwei Gemeinden Leinsweiler und Eschbach hätten erfolgreich Druck auf die Telekom gemacht. "Es ist unverzichtbar, dass wir ein flächendeckendes Netz bekommen", sagt Stalter. Davon ist man in der Bundesrepublik aber an vielen Orten deutlich weiter entfernt als in der Pfalz.
600 unversorgte Gemeinden
Im Bundeswirtschaftsministerium werden aktuell
Pläne diskutiert, die bis 2018 eine bundesweite Breitbandversorung mit einer Bandbreite von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) vorsehen. Nach Definition des Wirtschaftsministeriums gibt es derzeit in Deutschland nur noch ganz wenige weiße Flecken in der Breitbandversorgung. Unter zwei Prozent aller deutschen Haushalte und
rund 600 Gemeinden hätten so gesehen noch keinen Zugang zum schnellen Internet. Besonders viele davon liegen in Sachsen-Anhalt,
Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland- Pfalz.
"Schnelles Breitband" ist Definitionssache
Was "schnell" ist, ist allerdings umstritten: Für die Regierung beginnt Breitband derzeit bei Übertragungsraten von 384 Kilobit pro Sekunde. "Damit können Sie aber noch nicht übers Internet
telefonieren, paralleles Downloaden funktioniert auch nicht und
Internetfernsehen schon gar nicht", moniert Klaus Landefeld vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco.
Hebt man die Definition auf zwei Mbit/s an, gelten nur noch rund 70 Prozent aller Haushalte als "versorgt". "Nicht die weißen Flecken sind das größte Problem, sondern die
grauen Flecken", sagt Landefeld. Die Investitionen von Telekom, Bund und Ländern reichten bei weitem nicht aus, um alle Bürger anständig zu vernetzen.
Telekom investierte seit 2007 rund 300 Millionen Euro
Seit 2007 hat die Telekom 300 Millionen Euro in den Ausbau des
DSL-Netzes gesteckt, ein Drittel davon in die Erschließung ländlicher Gebiete. Die EU-Kommission hat Deutschland für die kommenden Jahre außerdem Beihilfen zur Förderung der Breitbandversorgung auf dem Land in Höhe von insgesamt 186 Millionen Euro genehmigt.