Donnerstag, 11.12.2008 20:01

Yahoo! räumt Übernahme-Hürde aus dem Weg

aus dem Bereich Sonstiges
Yahoo! will ein umstrittenes Abfindungsprogramm für seine Mitarbeiter kürzen und auf diese Weise einen Rechtsstreit mit Investoren beilegen. Das teilte der Internetkonzern am Mittwoch (Ortszeit) einem Gericht im US-Staat Delaware mit. Dieser Schritt solle einen "teuren und störenden Prozess vermeiden" und geschehe nicht in Hinblick auf einem mögliche Übernahme durch Microsoft, betonte ein Sprecher. Der Richter muss der Einigung noch zustimmen.

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Abfindungen für Mitarbeiter

Yahoo! hatte das Programm im Februar nach der Übernahmeofferte von Microsoft aufgelegt. Alle Vollzeitmitarbeiter sollten demnach bei einer Entlassung binnen zwei Jahren nach einer Übernahme oder Fusion Anspruch auf Abfindungen sowie Zusatzleistungen haben. Dies hätte die Übernahmekosten um mehrere hundert Millionen Dollar in die Höhe getrieben. Der Großinvestor Carl Icahn bezeichnete das Programm damals als "Giftpille", die den Kauf des Unternehmens unattraktiv mache.

Für Investoren attraktiver

Yahoo! reduziert nun den Zeitraum auf ein Jahr und schränkt die Bedingungen für die Zahlung deutlich ein. So würde bei einem Verkauf des Suchmaschinengeschäfts keine Abfindung fällig - Microsoft hatte am Wochenende sein Interesse an einem solchen Deal bekundet. Auch bei einer Übernahme des Verwaltungsrates durch Investoren würde die Zahlung nicht mehr fällig. Damit räumt das Unternehmen eine Hürde für eine Übernahme aus dem Weg. Die Einigung mache Yahoo! für Investoren attraktiver, da sie einen Streit mit ungewissem Ende beende, sagte der Analyst Jeffrey Lindsay von Sanford C. Bernstein in New York.

Das Unternehmen begann zudem, Kündigungen an rund 1.500 Mitarbeiter zu verschicken. In einem offiziellen Blog-Eintrag bezeichnete der scheidende Chef Jerry Yang die Entlassungen als "sehr hart, aber auch sehr notwendig", da man die langfristige Gesundheit des Unternehmens im Blick behalten müsse. Weitere Einschnitte sind laut einem Sprecher im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen.
Saskia Brintrup / dpa
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