Donnerstag, 11.12.2008 14:01

Microsoft: Mehr Datenschutz, aber nicht alleine

aus dem Bereich Sonstiges
In den Rechenzentren der Suchmaschinenbetreiber Google, Microsoft, Yahoo & Co. schlummern die Geheimnisse der Internetsurfer. Jede Suchanfrage wird dort derzeit häufig - mit Detailangaben zur IP-Adresse und zu Suchbegriffen - rund 18 Monate gespeichert. Die Europäische Kommission forderte bereits im April aus Datenschutzgründen eine Reduzierung auf sechs Monate.

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Alle Anbieter sollen mitziehen

Microsoft zeigte sich nun unter Bedingungen bereit, einer solchen verkürzten Speicherung zuzustimmen. Nur wenn die anderen Suchmaschinenbetreiber sich ebenfalls dazu bereit erklärten, würde Microsoft die gespeicherten Daten bereits nach sechs Monaten anonymisieren. Der für EU-Angelegenheiten zuständige Microsoft Vizepräsident John Vassallo und Peter Cullen, Microsofts Chef-Datenschutzbeauftragter, erklärten in einem Interview mit dem Microsoft Pressezentrum, dass alle Anbieter von Suchmaschinen den gleichen hohen Standard in Bezug auf die Datenspeicherung erfüllen müssten.

Microsofts Anteil am Suchmaschinenmarkt ist gering

Der Anteil von Microsoft am Suchmaschinenmarkt in Europa betrage lediglich zwei Prozent, auch weltweit sei dieser eher gering. Unter anderem deswegen zeigte Microsoft auch immer wieder Interesse an einem Kauf der Suchmaschine von Yahoo. Verkürzt Microsoft alleine die Speicherzeiten, so hätte dies für die Internetnutzer weltweit entsprechend nur geringe Auswirkungen. John Vassallo sprach sich dafür aus, dass die Internetsurfer - unabhängig von der Wahl der Suchmaschine - auf die gleiche Qualität der Datenspeicherung vertrauen können müssten. Vassallo erklärte, dass das Unternehmen, das am meisten Daten sammele und länger speichere, einen Vorteil habe zu Firmen, die die Daten nur wesentlich kürzer nutzen und auswerten könnten.

Peter Cullen machte deutlich, dass Microsoft bereits heute effektive Methoden zur Anonymisierung der gespeicherten Daten einsetze. Die IP-Adresse und eventuelle Cookies würden gelöscht. Auch alle Querverbindungen zwischen verschiedenen Suchanfragen werden gekappt, um zu verhindern, dass Nutzer trotz fehlender IP identifiziert werden können. Technisch sei es kein Problem, die Speicherung von noch nicht anonymisierten Daten auf sechs Monate zu beschränken.

Google reduziert auf neun Monate

Für Google, der in Deutschland meistgenutzten Suchmaschine, erklärte der Google-Datenschutzbeauftragte Peter Fleischer im September, dass sein Unternehmen Daten künftig nur noch neun Monate speichern werde. Auch dieses Eingeständnis kam erst auf Druck von Datenschützern zustande. Eine weitere Reduzierung schloss Fleischer vorerst aus.
Jörg Schamberg
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