Die "Bild"-Zeitung, größtes deutsches Boulevard-Blatt, sorgt sich derzeit um die Internetanbindung der Deutschen. Noch bis Ende des Monats läuft die Aktion
Volks DSL in Zusammenarbeit mit
T-Home: Ein herkömmliches
Call&Surf Comfort Paket wird zu günstigeren Konditionen angeboten. Nun hat "Bild" zusätzlich die "
Bild-DSL-Initiative" gestartet, die auch ländliche Gebiete vergleichsweise günstig mit schnellem
Internet versorgen soll.
Hardwarekosten entfallen
"Bild" bietet über
Filiago, einem Anbieter von Internet per Satellit, Internet zum monatlichen Festpreis von 46,95 Euro an. Die monatliche Grundgebühr für diesen Filiago-Tarif ist normalerweise drei Euro teurer. Im Paket enthalten ist eine Internet-Flatrate mit einer Bandbreite von 1.024 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s). Der Upload von Daten erfolgt mit 128 Kbit/s. Im Rahmen der Aktion entfällt die ansonsten übliche Einrichtungsgebühr in Höhe von 99,95 Euro. Das größte Hindernis für die Bestellung von Internet per Satellit räumt "Bild" beiseite: die Hardware in Form eines Satelliten-Modems und einer Satelliten-Schüssel wird während der Vertragslaufzeit kostenlos zur Verfügung gestellt. Dadurch lassen sich gegenüber einem Kauf 319,95 Euro einsparen. Auch die Versandkosten wurden bei der "Bild"-Aktion um sieben Euro auf 12,95 Euro reduziert. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei 24 Monaten. Das Aktionsangebot kann über die
Internetseite von Filiago bestellt werden.
Telefonie gegen Aufpreis
"Bild" und Filiago werben damit, das
Internet über Satellit in garantiert jedem Dorf funktioniert. Die immer noch bestehenden Lücken in der Breitbandversorgung sollen per günstigen Sat-Internet geschlossen werden. Zur Ausstrahlung des Internetsignals wird ein Astra-Satellit in Position 23,5 Grad genutzt. Dadurch können Deutschland, Österreich und die Schweiz abgedeckt werden. Optional ist ab 4,95 Euro monatlichem Aufpreis auch das Telefonieren über die Internetleitung möglich. Eine Flatrate für die Internettelefonie bietet Filiago für 12,95 Euro an.

"Bild-DSL-Inititative": Die "Bild"-Zeitung will schnelles Internet zusammen mit Filiago aufs flache Land bringen.
Zum Vergrößern anklicken. Screenshot: onlinekosten.de
Ausreichend für Standard-Internetanwendungen
Das angebotene
DSL via Satellit erlaubt eine rund 16-mal schnellere Internetnutzung als mit ISDN. Das Aufrufen von Standard-Internetseiten und das Checken von E-Mails sind mit DSL 1000 problemlos möglich. Nicht funktionieren wird aber das Streamen von größeren Multimedia-Dateien wie Videos. Auch für Online-Spieler ist der Zugang per Satellit wegen der längeren PING-Zeiten nicht geeignet. Eine übermäßige Nutzung durch häufige, größere Downloads wird zudem nach Angaben auf der Filiago-Internetseite nicht geduldet. Wenn ein Kunde in einem Monat viele Dateien herunterlädt, so "kann die Geschwindigkeit in diesem Monat zu Stoßzeiten für den Kunden reduziert werden".
Sat-Internet mit Fair-Use-Nutzung
Auf Anfrage von onlinekosten.de erläuterte Filiago-Geschäftsführer Utz Christoph Wilke, dass das Angebot - wie bei Satellitentarifen üblich - eine gestaffelte Fair-Use-Nutzung enthält. Eine Drosselung für solche Heavy-User würde dann Abends und an den Wochenenden stattfinden. Für normale Nutzer gebe es keine Geschwindigkeitseinbußen. Die bestehende europäische Plattform von Filiago werde derzeit von rund 20.000 Kunden genutzt. Die maximale Kapazität liege bei etwa 100.000. Durch die nun gestartete "Bild"-Initiative verspricht sich Wilke einen größeren Zuspruch von Kunden, die bisher auf schnelles Internet verzichten mussten.
Im
Forum von onlinekosten.de finden sich allerdings auch kritische Stimmen zum Internetempfang per Satellit. Die Geschwindigkeitsdrosselung setze bereits oft bei relativ geringem monatlichen Datenverbrauch an. Ein Leser wies die Redaktion darauf hin, dass bei ihm die Bandbreite schon ab rund 500 Megabyte Datenverbrauch massiv abnahm. Abends gebe es häufiger Timeout-Probleme, insbesondere mit verschlüsselten Seiten.