Der Chef des größten TV-Kabelnetzanbieters
Kabel Deutschland (KDG), Adrian von Hammerstein, hat sich
erneut für eine Fusion der
Kabelnetzbetreiber untereinander ausgesprochen.
Mehr Wettbewerb
"Es gibt eine überzeugende industrielle Logik für eine solche Konsolidierung", sagte er der Tageszeitung "Die Welt" vom heutigen Montag. Für die Entwicklung der Breitbandinfrastruktur in Deutschland und für die Verbraucher und die Wirtschaft wäre dies nach Ansicht des KDG-Chefs von Vorteil. "Zielsetzung muss ein nachhaltiger Infrastrukturwettbewerb zwischen Kabel- und Telekomgesellschaften sein und der erfordert eine weitere Konsolidierung der hiesigen Kabelanbieter", sagte von Hammerstein.
Bundeskartellamt soll umdenken
Einen ähnlichen Anlauf hatte das Bundeskartellamt bereits 2004
vereitelt. Doch der KDG-Chef hofft auf ein Umdenken der Behörde. "Man sieht auch dort, dass die Kabelgesellschaften viel Geld investieren, um in das Telekommunikationsgeschäft einzusteigen und dort für mehr Wettbewerb zu sorgen", sagte er. Auch die eigene Übernahme durch einen Telekommunikationsanbieter hält von Hammerstein für möglich. So hatte sich der
DSL-Provider und Mobilfunkanbieter
Vodafone Ende November als potentieller
Käufer von Kabel Deutschland gezeigt. Vor der Konkurrenz der schnellen Glasfasernetze fürchtet sich Kabel Deutschland nicht. "Wir können mit unseren Netzen deutlich über 100 Megabit pro Sekunde erreichen und damit auch gegen Glasfaser antreten", so Hammerstein. In Tests hatte
Kabeldeutschland vereinzelt sogar die Grenze von
200 Megabit pro Sekunde durchbrochen.
Unitymedia-Chef Parm Sandhu hat sich ebenfalls bereits für die Bildung eines
nationalen Kabelnetzbetreibers ausgesprochen.