Schon bald könnte in den USA ein nationaler und kostenfreier Zugang zu drahtlosem
Breitbandinternet geschaffen werden. Das berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf aktuelle Pläne der amerikanischen Telekommunikationsbehörde
FCC. Ähnliche Bestrebungen gab es bereits vor zwei Jahren durch die Firma M2Z. Die wurden damals aber abgelehnt und stehen jetzt scheinbar wieder zur Diskussion.
Vergabe freier Funkfrequenzen
Dem Zeitungsbericht zufolge will die FCC bereits beim nächsten Treffen in zwei Wochen über einen entsprechenden Vorschlag ihres Vorsitzenden Kevin Martin beraten. Hintergrund für den neuen Anlauf ist die geplante Versteigerung freier Rundfunkfrequenzen im kommenden Jahr. Laut FTD sollen sich die Gewinner der Auktion verpflichten, ein Viertel des Spektrums für ein nationales
Gratis-WLAN zur Verfügung zu stellen. Dabei soll der kostenfreie Internetzugang nur mit begrenzter Geschwindigkeit funktionieren. Zudem sollen bestimmte Jugendschutzfilter installiert werden. Finanziert werden könnte das Angebot durch Werbung. Gegen eine Gebühr könnte allerdings eine schnellere Netzanbindung angeboten werden.
Vergleichbare Projekte gescheitert
Ob die Pläne der Telekommunikationsbehörde Erfolg haben werden, kann zu diesem Zeitpunkt niemand mit Bestimmtheit sagen. So sind
ähnliche Projekte auf regionaler Ebene in der Vergangenheit bereits gescheitert. Die Finger verbrannt hat sich beispielsweise der Internetkonzern Google. Das Unternehmen hatte in zahlreichen Städten ein kostenfreies
WLAN-Netz aufgebaut. Finanziert werden sollte das Angebot ebenfalls durch Werbung und Premium-Dienste für einen schnelleren Internetzugang. 2007 wurde das Projekt aber eingestellt - wegen fehlender Umsätze.
Mobilfunkprovider sind nicht begeistert
Wenig begeistert zeigen sich die
amerikanischen Mobilfunkprovider. Sie befürchten nicht nur Überschneidungen bei benachbarten Frequenzen, sondern auch Störungen in ihren eigenen Netzen. Unter den Netzbetreibern ist auch T-Mobile USA. Das Unternehmen erklärte gegenüber der FTD, dass durch die Nutzung der freien Rundfunkfrequenzen das
UMTS-Netz gestört werden könnte. Dem widerspricht die FCC und verweist auf bereits durchgeführte Tests, bei denen es zu keinerlei Störungen gekommen sei.