Freitag, 05.12.2008 17:01

US-Pläne: Nationales WLAN-Netz zum Nulltarif

aus dem Bereich Breitband
Schon bald könnte in den USA ein nationaler und kostenfreier Zugang zu drahtlosem Breitbandinternet geschaffen werden. Das berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf aktuelle Pläne der amerikanischen Telekommunikationsbehörde FCC. Ähnliche Bestrebungen gab es bereits vor zwei Jahren durch die Firma M2Z. Die wurden damals aber abgelehnt und stehen jetzt scheinbar wieder zur Diskussion.

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Vergabe freier Funkfrequenzen

Dem Zeitungsbericht zufolge will die FCC bereits beim nächsten Treffen in zwei Wochen über einen entsprechenden Vorschlag ihres Vorsitzenden Kevin Martin beraten. Hintergrund für den neuen Anlauf ist die geplante Versteigerung freier Rundfunkfrequenzen im kommenden Jahr. Laut FTD sollen sich die Gewinner der Auktion verpflichten, ein Viertel des Spektrums für ein nationales Gratis-WLAN zur Verfügung zu stellen. Dabei soll der kostenfreie Internetzugang nur mit begrenzter Geschwindigkeit funktionieren. Zudem sollen bestimmte Jugendschutzfilter installiert werden. Finanziert werden könnte das Angebot durch Werbung. Gegen eine Gebühr könnte allerdings eine schnellere Netzanbindung angeboten werden.

Vergleichbare Projekte gescheitert

Ob die Pläne der Telekommunikationsbehörde Erfolg haben werden, kann zu diesem Zeitpunkt niemand mit Bestimmtheit sagen. So sind ähnliche Projekte auf regionaler Ebene in der Vergangenheit bereits gescheitert. Die Finger verbrannt hat sich beispielsweise der Internetkonzern Google. Das Unternehmen hatte in zahlreichen Städten ein kostenfreies WLAN-Netz aufgebaut. Finanziert werden sollte das Angebot ebenfalls durch Werbung und Premium-Dienste für einen schnelleren Internetzugang. 2007 wurde das Projekt aber eingestellt - wegen fehlender Umsätze.

Mobilfunkprovider sind nicht begeistert

Wenig begeistert zeigen sich die amerikanischen Mobilfunkprovider. Sie befürchten nicht nur Überschneidungen bei benachbarten Frequenzen, sondern auch Störungen in ihren eigenen Netzen. Unter den Netzbetreibern ist auch T-Mobile USA. Das Unternehmen erklärte gegenüber der FTD, dass durch die Nutzung der freien Rundfunkfrequenzen das UMTS-Netz gestört werden könnte. Dem widerspricht die FCC und verweist auf bereits durchgeführte Tests, bei denen es zu keinerlei Störungen gekommen sei.
Michael Friedrichs
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 Deutschland - Führungsrolle (4 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Tobias Claren am 07.12.2008 um 02:14 Uhr
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