Donnerstag, 04.12.2008 12:01

Mecklenburg-Vorpommern kämpft um Breitband

aus dem Bereich Breitband
Wer über einen Breitbandzugang im Internet surfen kann, darf sich freuen. Über die schnellen Verbindungen kann die ganze Vielfalt des Internets erlebt werden. Rund 98 Prozent der Haushalte haben bundesweit die Möglichkeit, DSL zu nutzen. Der Rest der Bevölkerung, hauptsächlich ländliche Gebiete, geht leer aus. Drastisch ist die Situation insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern. Die Breitband-Abdeckung liegt hier bei nur rund 60 Prozent.

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Noch 290 Gemeinden ohne DSL

Laut einem Bericht der "Schweriner Volkszeitung" sind von 848 Gemeinden im nordöstlichen Bundesland noch 290 Dörfer komplett von der DSL-Versorgung abgeschnitten.

Dies hat auch drastische Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen sind zum Umzug gezwungen oder suchen sich direkt Standorte mit schneller Internetanbindung.


Breitbandleitungen zu weit von Hausanschlüssen entfernt

Zu Beginn der Neunziger Jahre hatte die Deutsche Telekom mit millionenschweren Investitionen Glasfaserleitungen in dem ostdeutschen Bundesland verlegt. Für DSL-Verbindungen sind diese Kabel jedoch nicht geeignet, denn die Verbindungen zwischen den einzelnen Netzknoten und den Kundenanschlüssen sind im Flächenstaat Mecklenburg-Vorpommern sehr lang. Um die Haushalte direkt mit schnelleren Leitungen zu versorgen, sind erhebliche Zusatzinvestitionen nötig. Laut "Schweriner Volkszeitung" erklärte ein Telekom-Sprecher, dass die Frage der Wirtschaftlichkeit beim weiteren Netzausbau immer mit betrachtet werden muss.

Land fördert Netzausbau mit jährlich 1,3 Millionen Euro

Fördermittel des Landes sollen nun neuen Schwung in den Breitbandausbau bringen. Das Landwirtschaftsministerium stellt im Rahmen der Initiative "Breitband auf dem Land" jährlich 1,3 Millionen Euro für die betroffenen Dörfer zur Verfügung. Kann ein Anbieter den Ausbau nicht wirtschaftlich ausführen, so hilft das Land mit Fördermitteln aus, die Gemeinde muß allerdings ihrerseits ebenfalls Geld in die Hand nehmen und einen Eigenanteil in Höhe von 10.000 bis 30.000 Euro beisteuern.

Hoffnung auf eine schnelle Breitband-Zukunft können sich schon im nächsten Jahr die Einwohner von neun kleinen Gemeinden aus den Kreisen Bad Doberan, Güstrow, Ludwigslust, Rügen und dem Müntzkreis machen. Anfang 2009 werden diese Kommunen die notwendigen Verträge unterzeichnen, Planungen für weitere 60 Gemeinden sind in Vorbereitung. Die Förderinitiative läuft vorerst bis 2010.
Jörg Schamberg
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