Es wird eng für
Freenet-Chef
Eckhard Spoerr. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" soll Großaktionär
Permira derzeit mit Hochdruck sowohl nach einem neuen Vorstandschef als auch nach einem neuen Aufsichtsratchef suchen.
Gesetzte Ziele nicht erreicht
Die Beteiligungsgesellschaft sei darüber verärgert, dass der Freenet-Boss die meisten der damals vereinbarten Ziele bislang nicht erreicht habe, heißt es aus Finanzkreisen. Dazu gehören unter anderem auch der angestrebte
Verkauf des DSL-Geschäfts bis Ende dieses Jahres und die wenig erfreuliche Kursentwicklung des Unternehmens. Zudem hatte Permira dem ehemaligen Debitel-Chef
Oliver Steil eine führende Rolle zugedacht. Eine offizielle Stellungsnahme von Seiten Permiras zu diesem Thema steht allerdings noch aus. Sollte sich diese Branchenmeldung allerdings bewahrheiten, hätte Eckhard Spoerr neben den "alten" Rivalen Drillisch und
United Internet mit Permira einen weiteren Gegner unter den Großaktionären seines Unternehmens.
Außerordentliche Hauptversammlung als Mittel zum Zweck
Besonders brisant ist die Tatsache, dass die drei Anteilsinhaber bei einem gemeinsamen Schulterschluss eine Aktienmehrheit von 51 Prozent hätten. Aus diesem Grund scheint es hinter den Kulissen von Freenet kräftig zu rumoren. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge drängen die Großaktionäre auf eine schnelle Abwahl von Aufsichtsratschef Helmut Thoma. Sollte dieser nicht freiwillig seinen Hut nehmen, droht ihm die Abwahl im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung. Damit könnte auch Vorstandschef Eckhard Spoerr abgesetzt und ein neues Management engagiert werden.
Michael Friedrichs