"Das Unternehmen geht davon aus, dass das Segmentergebnis in Summe im Geschäftsjahr 2009 negativ ausfallen wird", teilte Infineon mit. Den Umsatz sieht der Konzern um 15 Prozent zurückgehen. Im ersten Geschäftsquartal soll der Rückgang sogar bei 30 Prozent liegen, bei einem ebenfalls negativen Ergebnis.
Kurzarbeit
Um die drohende harte Zeit zu überstehen, will Infineon sein Sparprogramm über die bereits angekündigten 200 Millionen Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2009 auf 250 Millionen Euro ausweiten. Der geplante Abbau von zehn Prozent der weltweit 30.000 Stellen sei weitestgehend in trockenen Tüchern. Mit drei Vierteln der betroffenen Mitarbeiter sei eine Vereinbarung geschlossen worden, sagte Vorstand Hermann Eul.
Weitere Stellenstreichungen seien derzeit nicht geplant. Um der sinkenden Nachfrage in den kommenden Monaten begegnen zu können, will Infineon Produktionsanlagen aber zeitweise stilllegen und die Produktion drastisch zurückfahren. Dafür greife das Unternehmen auch zu Schritten wie Kurzarbeit und verlängerten Betriebsferien. So sei beispielsweise in den Werken Dresden und Regensburg von 1. Januar an Kurzarbeit geplant. Der Antrag gelte für ein halbes Jahr. Infineon war jüngst aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten, um der ausgehandelten Lohnerhöhung in der Metall- und Elektroindustrie von stufenweise 4,2 Prozent zu entgehen. Die Mitarbeiter haben stattdessen eine Nullrunde verordnet bekommen.
Infineon ist "beunruhigt"
"Wir sind angesichts der Aussichten für die kommenden Quartale beunruhigt", räumte Bauer ein. "Die Auswirkungen der Finanzkrise und der Konjunkturabschwächung haben den weltweiten Halbleitermarkt bereits erreicht." Das Unternehmen erwartet angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie nicht nur Einbrüche bei der Autoelektronik, sondern warnt auch vor erheblichem Schaden durch eine mögliche Insolvenz der Speicherchip-Tochter Qimonda. Selbst von der Ausweitung des Sparprogramms verspricht sich der Konzern letztlich keine Besserung.
Trotzdem rechnet sich der Infineon-Chef nach wie vor gute Zukunftschancen für sein Unternehmen aus. "Märkte ziehen auch wieder an. Und selbst wenn das ein bis zwei Jahre dauert: Wir werden das überleben", sagte Bauer am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Saskia Brintrup
/ dpa