Der Chipkonzern Infineon steckt tief in den roten Zahlen fest. In dem Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal stieg der Verlust weiter auf 763 Millionen Euro von 280 Millionen ein Jahr zuvor. Das gesamte Geschäftsjahr schloss Infineon mit einem Fehlbetrag von 3,12 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
Auch 2009 Verluste
Auch für das laufende Jahr rechnet Infineon mit Verlusten. "Zu einem tiefroten Konzernfehlbetrag kommt ein nicht sehr berauschender Ausblick", sagte Infineon-Chef Peter Bauer. Dem Konzern macht der Preisverfall bei seinen Produkten zu schaffen, vor allem ist die Speicherchip-Tochter Qimonda ein heftiger Verlustbringer. Hinzu kommen hohe Kosten für den laufenden
Stellenabbau. Im Geschäftsjahr davor hatte Infineon noch einen Verlust von 368 Millionen Euro gemacht. Der Umsatz stieg im Jahr um sechs Prozent auf 4,32 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verschlechterte sich dagegen insbesondere wegen Kosten für den angelaufenen Stellenabbau von plus 71 auf minus 220 Millionen Euro. Die Sondereffekte summierten sich dabei auf 253 Millionen Euro.
Qimonda als Verlustbringer
Im fortgeführten Geschäft – mit Chips für Kommunikationsgeräte, Sicherheit, Auto und Industrie – verschlechterte sich das Nettoergebnis von plus 45 auf minus 244 Millionen Euro.
Qimonda war wieder einmal der größte Verlustbringer mit 519 Millionen Euro. Die Speicherchip-Tochter, die verkauft werden soll, weist Infineon nicht mehr als fortgeführtes Geschäft aus.