Montag, 01.12.2008 13:16

Chipkonzern Qimonda hofft auf Partner

aus dem Bereich Computer
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Der vom Aus bedrohte Speicherchip-Hersteller Qimonda hofft auf einen finanzstarken Partner, um eine Insolvenz abzuwenden. Das Unternehmen sehe Fortschritte bei Gesprächen mit verschiedenen Investoren, teilte die Infineon-Tochter am Montag in München mit. Sollten die Gespräche scheitern, könnte Qimonda bis März in die Insolvenz rutschen, hieß es.

Bürgschaften vom Staat

Der Kurs der Infineon-Aktie sank am Montagvormittag um knapp zwei Prozent. Qimonda steuert in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr auf einen Verlust von rund zwei Milliarden Euro zu - bei einem Umsatz von knapp 1,8 Milliarden Euro. Nur durch Verkäufe von Maschinen, das Anzapfen des Kapitalmarkts über eine Wandelanleihe und zuletzt durch die Trennung von Anteilen am taiwanesischen Chipfertiger Inotera hat Qimonda bis jetzt überlebt. Seit Monaten sucht Infineon weltweit vergeblich nach einem Käufer. Infineon-Chef Peter Bauer hatte Ende Oktober von zwei bis vier Interessenten gesprochen und zuletzt berichtet, es gebe "gute Chancen, die Verhandlungen abzuschließen". Eine Finanzspritze schloss Bauer angesichts eigener Probleme vehement aus.

Der DAX-Konzern Infineon hatte Qimonda vor längerer Zeit als eigenständiges Unternehmen mit mehr als 13.000 Beschäftigten ausgegliedert, hält allerdings noch 77,5 Prozent der Anteile. Dieser Anteil soll bis zum Frühjahr aber auf unter 50 Prozent sinken. Dann muss der Konzern die Tochter nur noch zu einem kleinen Teil in seine Bilanz einfließen lassen und dürfte mit einem Schlag deutlich besser dastehen als zuletzt, wo zu den Qimonda-Verlusten noch die eigenen hinzukamen. Zur Not will Infineon die Qimonda-Aktien im Frühjahr an die eigenen Anteilseigner verschenken.

In der vergangenen Woche hatte Qimonda beim Bund und dem Land Sachsen um staatliche Bürgschaften in Höhe von 500 Millionen Euro gebeten. Sachsen - in Dresden liegt das Qimonda-Vorzeigewerk - hat bereits seinen Beistand angekündigt, ohne konkret zu werden. Die chronisch defizitäre Qimonda will mit dem Geld die Entwicklung neuer, kleinerer Speicherchips finanzieren. Mit dieser Innovation will das Unternehmen auf dem Weltmarkt wieder wettbewerbsfähig werden.
Michael Posdziech / dpa
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