Eine Führerscheinprüfung ist ein teures Vergnügen. Es wäre schön, wenn es günstigere Wege geben würde, um an die begehrte amtliche Fahrerlaubnis zu gelangen. Diesen Umstand macht sich ein in Großbritannien registriertes Unternehmen zu Nutze und verschickt derzeit massenhaft E-Mails mit Einladungen zu einer theoretischen Führerscheinprüfung.
Knapp 100 Euro für Online-Test
Die Absenderadresse der E-Mails soll laut G Data durch Einbindung des Wortes "Amt" einen offiziellen Eindruck vermitteln. Internetnutzer, die auf den in der E-Mail enthaltenen Link klicken, werden zur Internetseite online-fahrpruefung.com weitergeleitet. Unter dem Motto "Testen Sie sich und lernen Sie online das Auto fahren" können sich dort Internetnutzer ohne Führerschein auf die Fahrprüfung vorbereiten. Auch wer bereits schon lange einen Führerschein besitzt, wird ermuntert sein Wissen noch einmal zu testen. Ein Eingabeformular fordert zur Angabe von Name und Anschrift sowie zur Bestätigung der Teilnahmebedingungen auf. Danach kann der Test gestartet werden.
Online-Fahrprüfung ist nur ein Selbsttest
Doch das böse Erwachen erfolgt auf dem Fuße. Denn wer bei der Webseite nicht genau hingeschaut hat und auch nicht dem Link mit den Teilnahmebedingungen gefolgt ist, hat soeben die Bestätigung dazu gegeben, dass NOM New Online Media einmalig 98,50 Euro für den Online-Test berechnen kann. Dieser ist zudem nur ein Selbsttest und ersetzt keine amtliche Fahrprüfung. Auf der rechten Seite der Webseite wird der Betrag von knapp 100 Euro im Kleingedruckten erwähnt. Auch die aktuelle IP-Adresse des Internetsurfers wird dort gespeichert, um "Missbrauch und wissentliche Falscheingaben zu vermeiden". Die Nutzer der Webseite haben vor der Bestätigung keinerlei Möglichkeit einen Einblick in die Qualität des Online-Tests zu erhalten.
Verbraucherzentrale hat Liste von Kostenfallen erstellt
G Data sieht dieses Vorgehen als typisch für die inzwischen häufig im Internet anzutreffenden
Abofallen an. Das Unternehmen rät davon ab, auf Einladungen solcher Art, die mit Massenmails beworben werden, einzugehen. Den Verbrauchern, die sich bei dieser oder ähnlichen Seiten angemeldet und bereits eine Rechnung erhalten haben, empfiehlt G Data sich mit der lokalen Verbraucherzentrale vor Ort in Verbindung zu setzen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat zudem eine
Liste mit bekannten Kostenfallen im Internet zusammengestellt.
G Data warnt vor Online-Abofalle. Nach der Bestätigung auf dem Eingabeformular werden
knapp 100 Euro fällig. Screenshot: G Data.