Im Hochgeschwindigkeitszug Thalys muss ab sofort niemand mehr befürchten, die E-Mail seines Lebens zu verpassen: Unterwegs können die Fahrgäste jetzt in jedem Zug im Internet surfen. Bereits im Mai hatten die Betreiber die Internetversorgung für Fahrgäste eingeführt. Der Dienst ist jetzt auf die gesamte Flotte ausgeweitet worden, so die Betreiber.
PDA-Nutzer sparen Roaming-Gebühren
Verfügbar ist der Breitband-Internetdienst (WiFi) per Satellit im gesamten Thalys-Streckennetz in Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Außerdem können PDA-Nutzer mit ihrem Personal Digital Assistant eine Verbindung zum lokalen WiFi-Netzwerk im Zug herstellen und so
Roaming-Gebühren sparen.
Umgesetzt wurde die flächen- und flottendeckende Breitband-Versorgung von Nokia Siemens Networks, 21Net und Telenet. Um eine stabile Internet-Verbindung zu ermöglichen, setzt das Konsortium auf eine Kombination aus Satelliten-,
UMTS- und WiFi-Technologie. Der Trick: Ein zentraler Service überwacht unterwegs die drei möglichen Zugänge und ermittelt den jeweils leistungsfähigsten. So können die Fahrgäste auch bei hohem Tempo die jeweils stabilste Internetverbindung nutzen und möglichst störungsfrei surfen, emailen und chatten. Nach Betreiberangaben surften seit der Einführung des Dienstes mehr als 60.000 Reisende unterwegs im Internet. Eine Umfrage habe ergeben, dass neun von zehn Nutzern mit dem Service zufrieden waren.
Flatrate für 13 Euro
Für Kunden erster Klasse ist der Zugang zum Internet im Fahrscheinpreis enthalten. In der zweiten Klasse werden 6,50 Euro für 60 Minuten fällig, die "Flatrate" für die ganze Zugfahrt kostet 13 Euro.
Die Breitband-Versorgung für Zuggäste gehört zu einem Rundum-Erneuerungskonzept. Es umfasst unter anderem eine schickere Innenausstattung und ein noch schnelleres Fahrttempo: Amsterdam und Köln soll der Flitzer von Paris aus ab Mitte 2009 in weniger als 3 Stunden und 15 Minuten erreichen.
Dorothee Monreal