Montag, 24.11.2008 17:46

Die dunklen Seiten des Internet - Hoher Schaden

aus dem Bereich Sonstiges
Die Schattenwirtschaft im Internet blüht. Innerhalb eines Jahres seien im Netz gestohlene Waren und entsprechende Dienstleistungen im geschätzten Gesamtwert von 276 Millionen Dollar angeboten worden, berichtete der IT-Sicherheitsspezialist Symantec am Montag mit.

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Bankdaten beliebt

Gestohlene Kreditkarten-Informationen gehören unter Internet-Kriminellen demnach zu den meistgehandelten Waren im Netz (31 Prozent). Im regen Handel damit hätten Cyber-Kriminelle einen Maximalwert von 5,3 Milliarden Dollar in ihre Kassen gespült - gemessen an einem durchschnittlichen Kreditrahmen von 4.000 Dollar. Finanzdaten wie Kontonummern liegen danach auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala (20 Prozent). Von ihnen waren Daten im potenziellen Wert von rund 1,7 Milliarden Dollar im Angebot.

Der Untergrund-Handel in Netz habe sich zu einem effizienten globalen Marktplatz entwickelt, fasst Symantec die Ergebnisse seiner einjährigen Erhebung zusammen. Die Akteure arbeiteten sowohl in lockeren Gruppen als auch in straff organisierten Banden zusammen. Kreditkarten-Daten werden dabei zu Preisen zwischen zehn Cent und 25 Dollar angeboten, zum Teil gebe es je nach Menge auch Rabatt. Das Know-how für ihre Raubzüge suchten die Betrüger in Form von Fachkräften und Experten, etwa Software-Programmierer und "talentierte Datendiebe", über ganz "normale" Stellenanzeigen.

Druck durch Ermittler nimmt zu

Obwohl der Druck durch die Strafverfolgungsbehörden wachse, seien die illegalen Transaktionen weiterhin für viele lukrativ. Die Standorte der Server, über die die Geschäfte laufen, würden regelmäßig geändert, um einer Ortung zu entgehen. Während des Beobachtungszeitraums seien mit 45 Prozent die meisten Server in den USA positioniert gewesen, berichtete der Sicherheits- und Antiviren- Spezialist. Es folgten die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) mit 38 Prozent, im asiatisch-pazifischen Raum seien zwölf Prozent der Server lokalisiert gewesen, fünf Prozent in Lateinamerika.

"In dem Maß, in dem die Kriminellen neue Instrumente und Methoden entwickeln (...), in dem Maß müssen sich auch die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung und zum Schutz vor solchen Attacken ändern", sagte Candid Wüest, Analyst und Sicherheitsexperte bei Symantec. Der Hersteller von Antiviren-Software hat über ein Jahr lang die Aktivitäten von Internet-Kriminellen beobachtet. Die Ergebnisse aus den Ermittlungen zwischen Juli 2007 und Juni 2008 veröffentlichte das Unternehmen in seinem "Report on the Underground Economy". Dafür beobachtete das Unternehmen insgesamt 69.130 aktive Händler und wertete über 44 Millionen E-Mails aus, die in Untergrund-Foren ausgetauscht wurden.
Hayo Lücke / dpa
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