Es klingt verrückt, aber es soll tatsächlich funktionieren: ein mathematisches Modell soll künftig den Erfolg von Videos auf der Internetplattform
YouTube erklären.
Physikalische Gesetze als Grundlage
Die Züricher Forscher Riley Crane und Didier Sornette von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) haben dazu eine entsprechende
Aufmerksamkeitsspirale beschrieben, die abläuft, wenn YouTube-Videos zum Renner werden. Sie folgt dabei zumindest teilweise physikalischen Gesetzen, berichtet der Internet-Dienst der ETH. Die beiden Wissenschaftler möchten ihr System weiter verfeinern. Mittelfristig könnte eine Art Trend-Überwachungssystem im Internet entstehen.
Die Forscher entdeckten, dass die Videos ganz charakteristische Kurven der Zuschauerzunahme und -abnahme haben. Das Abebben der Aufmerksamkeit bei bestimmten Videos etwa lasse sich mit ähnlichen mathematischen Modellen beschreiben, wie sie zur Modellierung von Nachbeben bei Erdbeben benutzt werden.
Ein soziales System funktioniere also anscheinend genauso wie ein physikalisches nach bestimmten Regeln und werde so mathematisch beschreibbar, sagte Crane dem Internet-Dienst der Hochschule. Mit dem Modell sei es sogar möglich, anhand von Tendenzen zu erkennen, ob ein Video zum Zuschauermagneten werden könnte oder nicht.
Hayo Lücke
/ dpa