Nicht erst seit dem
Call-Center-Datenskandal im vergangenen Sommer haben Deutschlands Telefonagenten einen schlechten Ruf. Das ist auch nicht der Branche selbst entgangen, die sich nun mit allen Mitteln wieder in das rechte Licht rücken will. So zum Beispiel mit dem neuen "
Ehrenkodex", der künftig den Standard für Direktmarketing-Maßnahmen festlegen soll.
Höhere Transparenz
Initiatoren des neuen Selbstverpflichtungsprojekts sind der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV) und das Call Center Forum Deutschland e.V. (CCF). Beide Organisationen hatten sich das Ziel gesteckt, einen "einheitlichen Standard für die Branche zu schaffen, um der Öffentlichkeit und anderen Marktpartnern künftig eine höhere Transparenz und größere Sicherheit in Bezug auf die Qualität von Call-Centern garantieren zu können".
Regelkatalog für die Branche
Das Ergebnis ist ein fünfseitiger Regelkatalog, der Grundsätze für das Verhalten am Telefon und die Formen der schriftlichen Kommunikation festlegt. Zudem finden sich in dem Dokument Anweisungen zur Auswahl der Mitarbeiter. Der letzte Paragraph beschäftigt sich mit dem Umgang mit Daten, nach dem sich die Mitglieder verpflichten, "die zur Verfügung gestellten und gewonnenen Daten nur im Vertragsumfang und innerhalb der Grenzen der Datenschutzgesetze zu verarbeiten und zu nutzen." Nach Abschluss eines jeden Projekts sollen die Daten an den Auftraggeber zurückgegeben oder vernichtet werden.
Schwarze Schafe leichter aufdecken
Der CCF-Präsident Manfred Stockmann bewertet den Kodex als Erfolg für die Branche: "Durch die Zusammenarbeit der Verbände ist nun jedem Call-Center in Deutschland klar, was ethischer Standard unserer Arbeit ist. Die Unterscheidung zwischen schwarzen Schafen und redlich arbeitenden Call-Centern wird für alle einfacher." Wie der DDV ankündigt, sollen mutmaßliche Verstöße gegen den Standard zunächst durch ein Kontrollgremium überprüft werden. Im schlimmsten Fall droht dem Mitglied ein Ausschluss aus dem Verband.
André Vatter