Bislang hat Microsoft auf drohende Gefahren aus dem Netz eher reagiert anstatt sie präventiv abzuwehren: Der monatliche
Patch-Day bringt Nachbesserungen für immer neu auftauchende Lücken in der Infrastruktur des
Windows-Betriebssystems – nach einem sinnvollen und für jeden verfügbaren Anti-Virenprogramm sucht man bei den Redmondern allerdings bis heute vergebens. Doch das soll sich schon im nächsten Jahr ändern.
Schlank und kostenlos
Wie Microsoft mitteilt, steht ein radikaler Wechsel in der Sicherheitspolitik von Windows bevor. Derzeit arbeiten die Entwickler an einem Anti-Schadcode-Programm mit dem Codenamen "Morro". Das Besondere daran: "Morro" soll kostenlos und so schlank gehalten werden, dass es ohne Probleme auch auf älteren Systemen und Rechnern mit langsamer Internetanbindung laufen soll. Einmal installiert, würde die Schutz-Software Viren, Spyware, Rootkits und Trojaner effizient vom System fernhalten. "Kunden rund um den Erdball haben uns gesagt, dass sie umfangreichen, ständigen Schutz vor neuen und bestehenden Bedrohungen benötigen – und wir nehmen die Bedenken ernst", sagt Microsoft-Managerin Amy Barzdukas. "Dieses neue und völlig kostenlose Angebot wird uns die Möglichkeit geben, einen noch größeren Kundenkreis zu schützen – besonders in Märkten, in denen die Zahlen der PC-Verkäufe nur noch durch jede des Schadcode-Wachstums übertroffen werden."
Schützen – mehr aber nicht
"Morro" sattelt auf der bisherigen Sicherheits-Engine von Microsoft auf, die bei den kostenpflichtigen Unternehmenslösungen bereits Verwendung findet. Doch anders als beispielsweise die Abonnentenlösung
Windows Live OneCare verzichtet "Morro" auf überflüssiges Beiwerk: kontrollierte Druckerfreigaben und automatisches PC-Tuning fallen hier unter den Tisch. Einzig der effiziente Schutz des Systems soll im Mittelpunkt stehen.
Der Virenscanner wird ab der zweiten Jahreshälfte 2009 als Stand-Alone-Version für Windows XP, Windows Vista und
Windows 7 angeboten werden. Im Gegenzug streicht Windows das bereits erwähnte Live OneCare von der Produktliste, das damit Ende Juni aus der aktiven Vermarktung genommen wird.