
Der in Hessen und Nordrhein-Westfalen aktive Kabelnetzbetreiber
Unitymedia kann immer mehr Kunden von seinem modernisierten Netz überzeugen. Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal verlor das Kölner Unternehmen zwar einmal mehr viele klassische Kabel-TV-Kunden, konnte dafür aber mit seinen
3Play-Paketen deutlich Internet- und Telefon-Kunden hinzu gewinnen.
Verlust bei TV-Anschlüssen
Zum 30. September standen bei Unitymedia insgesamt 4,66 Millionen Kabel-TV-Kunden unter Vertrag. Das entspricht gegenüber dem Ende des zweiten Quartals dieses Jahres einem Minus von 50.000 Kunden. Während sich die Zahl der analogen Anschlüsse um 140.000 auf 3,54 Millionen verringerte, legte das Geschäft mit digitalen Anschlüssen um 90.000 auf 1,12 Millionen zu. Unitymedia führt das unter anderem auf Preiserhöhungen bei Einzelkundenverträgen zum 1. Januar sowie Preiserhöhungen im Segment Mehrparteien-Wohneinheiten zum 1. Juli dieses Jahres zurück.
Mit noch mehr Freude wird die Unitymedia-Chefetage auf die Entwicklungen der so genannten "neuen Dienste" blicken. Digitales Pay-TV sowie Telefon- und Internet-Dienste, die über das digitale Kanelnetz abgewickelt werden, finden immer mehr Nutzer. Die Zahl der Pay-TV-Kunden legte zwischen Juli und September um 15.000 auf 531.000 zu. Im Internet surften zum Stichtag bereits 326.000 Unitymedia-Kunden. Das entspricht einem Plus von 44.000 Kunden gegenüber dem zweiten Quartal. Gleich 47.000 neue Nutzer konnte Unitymedia für eine Telefon-Flatrate begeistern. In diesem Teilsegment stehen inzwischen 308.000 Kunden unter Vertrag.
Premiere-Zahlungen retten arenaSAT
Weit weniger erfolgreich verlief das dritte Quartal für die Satelliten-Plattform
arenaSAT. Aufgrund auslaufender Bundesliga-Abos verringerte sind die Kundenzahl um satte 103.000 auf nur noch 221.000. Diese Entwicklung hatte Unitymedia im Geschäftsbericht zum zweiten Quartal bereits
angekündigt. Durch die rückläufige Kundenentwicklung sackte auch der Umsatz von arena von 90,0 Millionen Euro auf 69,3 Millionen Euro ab. Den größten Batzen davon machten allerdings die Zahlungen von
Premiere aus. Der Pay-TV-Sender zahlte im dritten Quartal für die Bundesliga-Sublizenz, die arena noch bis zum Ende der laufenden Saison besitzt, 32,1 Millionen Euro. Dadurch konnte arenaSAT einen Gewinn von 5,4 Millionen Euro einstreichen. Für das vierte Quartal rechnet Unitymedia mit weiteren Kundenverlusten im Satellitengeschäft. Kunden, deren Vertrag ausläuft, sollen aber mit speziellen Angeboten überzeugt werden, ihren Vertrag zu verlängern.
Elf Millionen Euro Gewinn
Finanziell hat sich das dritte Quartal für Unitymedia trotzdem gelohnt. Der Umsatz im Kabelgeschäft wurde im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres von 185,9 Millionen Euro auf 219,3 Millionen Euro gesteigert. Davon stammen 139,2 Millionen Euro aus dem klassischen Kabel-TV-Geschäft, immerhin 14,9 Millionen Euro werden durch die breitbandigen Internet-Anschlüsse erwirtschaftet. Dem standen Investitionen - unter anderem für den Netzausbau (12,6 Millionen Euro) und Kundenhardware (15,8 Millionen Euro) - in Höhe von 59,9 Millionen Euro entgegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte von 85,3 Millionen Euro auf 100,9 Millionen Euro zu. Als Nettogewinn weist Unitymedia ohne arenaSAT 11,0 Millionen Euro aus.
"2009 wollen wir die einzigartige Stärke unserer Triple-Play-Marke weiter ausbauen, attraktive neue Produkte einführen und weitere Marktanteile in den wachsenden Breitaband- und Pay-TV-Märkte gewinnen", kündigte Unitymedia-Chef Parm Sandhu mit Blick auf das kommende Geschäftsjahr an.