Die Internetbehörde
ICANN hat dem Registrar EstDomains die Zulassung entzogen sowie die bestehenden Vertrag zum 24. November gekündigt. Infolgedessen müssen sich rund 281.000 Domain-Inhaber nach einem neuen Zuhause für ihre Internetadressen umschauen. Ansonsten droht die Löschung der Domains.
Registrar rechtskräftig verurteilt
Begründet wird die Entscheidung der ICANN mit der Verurteilung von Vladimir Tsastsin, Geschäftsführer von EstDomains, wegen Kreditkartenbetrug, Geldwäsche und dem Verdacht der Urkundenfälschung durch ein Gericht in Estland. Zwar hatte der Registrar der Vertragskündigung widersprochen, da Tsastsin gegen das Urteil Revision eingelegt habe und zudem als Unternehmenschef zurück getreten sei, doch die Internetbehörde sieht den Fall offenbar anders. Nach einer vorübergehenden Aussetzung werde das Entzugsverfahren jetzt aber fortgesetzt.
Estland als Eldorado für Spammer
In der Vergangenheit ist Estland in der Domainbranche schon öfters negativ aufgefallen. Auch EstDomains war bereits mehrfach Gegenstand von Ermittlungen, denn zahlreiche Internetadressen, die bei dem Unternehmen registriert wurden, waren in den letzten Jahren "sichere" Anlaufstellen für Spam,
Phishing und andere kriminelle Online-Aktivitäten. So reagierte der Registrar in der Regal auf Beschwerden gar nicht oder nur sehr schleppend.
Michael Friedrichs