Telekom-Chef René Obermann hat verstärkte Investitionen in das Breitband-Internet gefordert. Beim
Ausbau des Glasfasernetzes liege Deutschland "deutlich hinter Ostasien und den USA", sagte Obermann auf dem Jahreskongress der deutschen Zeitschriftenverleger am Dienstag in Berlin.
Angst vor den USA
Mit einer bundesweiten Abdeckung von 98 Prozent beim
DSL-Netz gehöre die Bundesrepublik zur weltweiten Spitze. Um Engpässe zu vermeiden, seien in Europa technische Investitionen von 300 Milliarden Euro notwendig. Sonst drohe ein weiterer Vormarsch der Inhalte-Anbieter aus den USA wie etwa der Suchmaschine Google.
Kritik an der Regulierung
Obermann kritisierte das "Regulierungsumfeld" als Hemmschuh für die Entwicklung der Internet-Infrastruktur. Behörden forderten oft "populäre Verbraucherpreise" und ließen dabei die notwendigen Investitionen außer Acht. In den kommenden Jahren werde das Internet vor allem im mobilen Bereich wachsen. Schon heute steige hier die Datenmenge jährlich um das Vier- bis Fünffache gegenüber der herkömmlichen Online-Nutzung. Medienunternehmen spielten beim Angebot neuer Inhalte eine zentrale Rolle.
René Obermann. Bild: DTAG
Der Vorstandschef der Deutschen Telekom bekräftigte, dass der Konzern nicht als Inhalte-Anbieter auftreten wolle. "Das gehört nicht zu unserem Kerngeschäft", sagte Obermann. Die Telekom verstehe sich als Plattform für technische Infrastruktur.
André Vatter
/ dpa