Nach der
Übernahme von debitel hat das Telekomunternehmen
freenet im abgelaufenen Quartal deutlich mehr verdient und umgesetzt als im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im dritten Quartal auf 133,5 Millionen Euro (Vorjahr: 67,4 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Freitag in Büdelsdorf mitteilte. Das Konzernergebnis kletterte auf 138,1 Millionen Euro. Vor einem Jahr machte das Unternehmen noch 22,7 Millionen Euro Verlust. Außerdem überschritt Freenet mit seinen Umsätzen erstmals die Milliardengrenze und erlöste 1,08 Milliarden Euro (Vorjahr: 400 Millionen Euro). Allein 1,01 Milliarden Euro stammten dabei aus dem Geschäftsfeld
Mobilfunk.
Fokus auf Mobiles Internet
Durch die Übernahme legte auch die Zahl der Kundenverträge deutlich zu. Betreute freenet Ende Juni noch 10,96 Millionen Kunden, waren es Ende September 24,56 Millionen. Davon entfallen 19,97 Millionen auf das Mobilfunk-Segment. Insgesamt 8,67 Millionen Kunden telefonieren über einen Vertrag mit monatlicher Grundgebühr und generieren dabei im Durchschnitt 26,50 Euro im Monat. Im vierten Quartal will freenet den Fokus der Vermarktung auf
mobile Datentarife legen. "Hier sehen wir noch enormes Potenzial für die Zukunft", sagt freenet-Chef Eckhard Spoerr. Leicht zulegen konnte freenet auch im Geschäft mit
Webhosting-Kunden. Hier kletterte die Kundenzahl im dritten Quartal um 20.000 auf 1,26 Millionen.
Weit weniger rosig entwickelt sich die Zahl der Internet-Zugangskunden. Die Zahl der aktiven Schmalbandnutzer im Call by Call- und Internet by Call-Geschäft rutschte um 350.000 auf 1,74 Millionen ab. Entsprechend brach auch in diesem Segment der Umsatz auf 16,3 Millionen Euro ein. Vor einem Jahr wurden noch 33,9 Millionen Euro eingenommen. Auch bei den
Breitband-Anschlüssen konnte freenet im Vergleich zur Konkurrenz kein Wachstum verzeichnen. Hier verlor das Hamburger Unternehmen netto 50.000 Kunden und kann inzwischen nur noch auf einen Stamm von 1,05 Millionen
DSL-Nutzern blicken.
Keiner will DSL-Kunden von freenet kaufen
Schon seit mehreren Monaten bemüht sich freenet vergeblich, das DSL-Geschäft an einen Konkurrenten zu verkaufen. Spoerr will für seine gut eine Millionen DSL-Kunden rund 400 Millionen Euro einstreichen. Analysten bewerten diesen Preis jedoch als zu hoch. In der Branche wird der Wert inzwischen auf weniger als 300 Millionen Euro geschätzt. Zu den potenziellen Übernahmekandidaten gehört unter anderem United Internet. Die
1&1-Mutter hatte am Donnerstagabend unter anderem aufgrund ihrer Beteiligung an freenet einen Verlust von
mehr als 100 Millionen Euro vermelden müssen.