Donnerstag, 13.11.2008 22:58

United Internet: Hoher Verlust trotz DSL-Boom

aus den Bereichen Breitband, WebHosting
United Internet, Konzernmutter von Marken wie 1&1, GMX und web.de, hat das dritte Geschäftsquartal mit einem deutlichen Umsatzplus abschließen können. Auch die Zahl der Kundenverträge entwickelte sich positiv. Trotzdem musste ein hoher Verlust verzeichnet werden.

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Gute Umsatzentwicklung

Zwischen Juli und September erwirtschaftete United Internet 407,4 Millionen Euro. Das entspricht gegenüber dem dritten Quartal 2007 einem Plus von 8,6 Prozent. Vor einem Jahr wurden 375,1 Millionen Euro umgesetzt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte von 108,2 Millionen Euro auf 132,1 Millionen Euro zu.

Trotzdem rutschte United Internet tief in die Verlustzone. Weil die Börsenkurse der strategischen Beteiligungen an freenet und dem Mobilfunk-Servie-Provider Drillisch stark gefallen sind, wurde eine Wertminderung in Höhe von insgesamt 145,6 Millionen Euro beschlossen. Dadurch blieb unter dem Strich ein Nettoverlust von 103,8 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte United Internet noch 37,6 Millionen Euro Gewinn gemacht.

DSL-Geschäft brummt

Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge stieg im dritten Quartal insgesamt um 130.000 auf 7,83 Millionen an. Das stärkste Wachstum wurde dabei im Geschäft mit DSL-Komplettpaketen verzeichnet. In diesem Segment stieg die Kundenzahl um 190.000 auf 560.000. Gleichzeitig ging allerdings die Zahl der DSL-Resale-Anschlüsse spürbar zurück: um 170.000 auf 2,22 Millionen. Insgesamt darf United Internet 2,91 Millionen Kunden mit Internetanschluss betreuen. Davon 2,78 Millionen DSL-Nutzer. Für weitere 90.000 DSL-Anschlüsse liegen nach United-Internet-Angaben bereits Vorbestellungen vor.

Webhosting-Geschäft nur im Ausland positiv

Die Zahl der Webhosting-Kunden legte im dritten Quartal immerhin um 60.000 zu. Dabei ist allerdings zu beachten, dass dieses Wachstum ausschließlich im Ausland generiert wurde. Dort legte die Kundenzahl von 1,82 Millionen auf 1,88 Millionen zu, während das Geschäft in Deutschland stagnierte.

Für das vierte Quartal erwartet der Konzern aus dem Westerwald 180.000 neue Kundenverträge; davon 60.000 im DSL-Geschäft. Für das Gesamtjahr wird mit einem zehnprozentigen Wachstum im operativen Geschäft kalkuliert. Der Umsatz wird voraussichtlich von 1,49 Millionen im Jahr 2007 auf 1,66 Millionen Euro ansteigen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll bei circa 330 Millionen Euro liegen - nach 297,4 Millionen Euro im Vorjahr.
Hayo Lücke
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