Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) arbeitet die
Deutsche Telekom an verschiedenen Geschäftsmodellen eines Musikabonnements. Der neue Dienst für
Handys soll unter anderem zur Kundenbindung beitragen.
T-Mobile kommt mit Musik
Der Lieferant für die Musiktitel ist ein Tochterunternehmen der Telekom. Das Portal
Musicload vertreibt seit fünf Jahren Musik über das Internet und ist der zweitgrößte Online-Musikshop Deutschlands. Eine solche Kooperation wäre laut FTD das erste Mal, dass die Mobilfunker aus Bonn mit einer weniger erfolgreichen Konzernsparte wie Online im großen Stil zusammenarbeiten. Ziel der Initiative sei es, branchenfremde Anbieter von Musikangeboten wie
Apple oder
Nokia aus dem Mobilfunkmarkt herauszuhalten und Kunden langfristig an
T-Mobile zu binden.
Eines der geplanten Modelle sieht vor, dass T-Mobile-Kunden beim Kauf eines speziellen Mobiltelefons uneingeschränkten Zugriff auf den Musikkatalog von Musicload mit Millionen von Songs erhalten. Dieses Angebot, bei dem bereits über einen Preisaufschlag auf das Handy die Musik bezahlt wird, ist an das Nokia Modell
Comes With Music angelehnt. Als Alternative wird über den Verkauf von Musikpaketen gegen eine monatliche Gebühr nachgedacht. "Bei Musik werden wir kurzfristig ein Flatrate-Angebot machen können", bestätigte ein Telekom-Manager gegenüber der FTD.
Bündeln von Angeboten soll Kunden bringen
Ein Verkauf von kostenpflichtigen Musikabos würde Sinn machen, wenn die Telekom sich als Anbieter von Inhalten wie Musik, Software oder Spielen etablieren will. Dann müssten Onlineshops wie Musicload, Gamesload oder
Softwareload profitabel betrieben werden. Bleibt der Schwerpunkt auf der Kommunikation, sollten zusätzliche Angebote wie ein uneingeschränktes Musikabo eher als Marketing für den Absatz von
DSL-Anschlüssen oder Handy-Verträgen dienen. Dies ginge widerum zu Lasten der Onlineshops.
Das Bündeln von Angeboten gehört mittlerweile zur Strategie des Bonner Konzerns. Die Kombination aus Fernsehen und Breitband-Internet
T-Home "Entertain" soll in Zukunft für Wachstum sorgen, auch wenn die aktuellen Verkaufszahlen noch hinter den Erwartungen zurückbleiben. Auch eine Bündelung von Festnetztelefonie mit Mobilfunk, Internet und Web-TV ist laut FTD denkbar.