Mit einem schwachen Neukundenwachstum hat die Düsseldorfer Versatel AG das dritte Geschäftsquartal 2008 abgeschlossen. Wie aus dem aktuellen Quartalsbericht hervorgeht, konnte der Konzern zwischen Juli und September gerade einmal rund 10.600
DSL-Kunden gewinnen und die Gesamtkundenzahl im Breitband-Geschäft um 1,5 Prozent auf 702.200 steigern. Zum Vergleich: im zweiten Quartal dieses Jahres konnte
Versatel immerhin noch 25.700 Neukunden anschließen, im dritten Quartal 2007 waren es sogar noch fast 50.000 neue Anschlüsse.
Versatel wächst nur langsam
Begründet wird der geringe Neukundenzuwachs mit "einem wesentlich langsamer wachsenden Gesamtmarkt". Das mag in Ansätzen stimmen, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, das andere
DSL-Anbieter ihre Hausaufgaben ganz offensichtlich besser machen als Versatel. So konnte die
Telekom im dritten Quartal
344.000 neue DSL-Anschlüsse schalten, bei
Vodafone und
Arcor waren es
106.000 neue
Breitband-Kunden. Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Telekom und Vodafone auch finanziell in einer anderen Liga spielen. Während die großen Marktteilnehmer mit einem hohen Marketing-Budget arbeiten können, hat sich Versatel einem
Sparprogramm verschrieben.
Etwas erfreulicher entwickelte sich die finanzielle Lage des Festnetz- und
DSL Anbieters. Verglichen mit dem dritten Quartal des Vorjahres legte der Umsatz leicht um 2,3 Prozent auf 180,5 Millionen Euro zu. Im Privatkunden-Geschäft erwirtschaftete Versatel 86,5 Millionen Euro und damit trotz des Preisverfalls auf dem DSL-Markt ähnlich viel wie vor einem Jahr, als 86,7 Millionen Euro verbucht wurden. Im Geschäftskunden-Segment wurden im dritten Quartal 48,7 Millionen Euro eingenommen, was einem Plus von 100.000 Euro entspricht. Im Wholesale-Geschäft wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 4,2 Millionen Euro auf nun 45,3 Millionen Euro.
Hoher Verlust
Unter dem Strich musste Versatel - auch aufgrund von Investitionen in Höhe von 34,7 Millionen Euro - einen hohen Verlust verzeichnen. Das Minus belief sich auf 10,3 Millionen Euro. Trotzdem bewertet der Netzbetreiber diese Zahl positiv weil vor einem Jahr noch 17,4 Millionen Euro Verlust gemacht wurden. Die Nettofinanzverbindlichkeiten betrugen zum 31. September 540,1 Millionen Euro.