Das GPS-Antistau-Projekt
Mobile Millennium geht in den Vereinigten Staaten in die heiße Phase. Mitinitiator
Nokia hat rund 10.000 Amerikaner aufgerufen, sich an dem Experiment zu beteiligen. Künftig soll Mobile Millennium herkömmliche Frühwarnsysteme wie Kameras, Radaranlagen und Lichtschranken weltweit ablösen.
Echzeitinformationen
Das Konzept ist denkbar einfach: Nicht wenige Autofahrer verfügen mittlerweile über
Handys, die einen GPS-Empfänger direkt integriert haben. Sobald sie sich im Straßenverkehr bewegen, können mittels der per Mobilfunknetz übermittelten Echtzeitinformationen über Standort und Geschwindigkeit Prognosen über das Fahrverhalten großer Menschenmengen getroffen werden. Fahrer erhalten daraufhin passende Vorschläge, etwa einen Umweg zu nehmen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen oder den geplanten Trip lieber ganz zu verschieben.
Gegenüber traditionellen Mitteln der Verkehrsdiagnose hat die GPS-basierte Herangehensweise nach Meinung der Nokia-Entwickler den Vorteil, dass sich Anschaffungs- und Wartungskosten gänzlich vermeiden lassen. Darüber hinaus könne die Fläche der überwachten Straßenabschnitte jederzeit erweitert werden: Mobile Millennium sei immerhin überall dort einsetzbar, wo GPS-Handys ein Signal finden können. Bei der Logistik kommt die Backbone-Technologie der Nokia-Tochter
Navteq zum Einsatz
Anonyme und verschlüsselte Daten
Interessierte Nutzer können sich ab sofort auf der
Projektseite der Berkeley Universität zur Teilnahme an Mobile Millennium anmelden. Einzige Voraussetzung sei ein GPS-fähiges Mobiltelefon mit Java-Unterstützung. Nokia verspricht, dass sämtliche Daten anonym und verschlüsselt weitergeleitet und ausgewertet werden, individuelle Geräteinformationen würden nicht übermittelt. Das Pilotprojekt ist zunächst für sechs Monate angesetzt.