Derzeit
streiten sich die beiden Messestädte Leipzig und Köln um den Titel der besten Zocker-Location. Doch egal, ob die Games Convention oder die rheinländische Variante Gamescom im kommenden Jahr mehr Besucher anzieht – beide Veranstalter müssen sich schon bald mit einem weiteren Konkurrenten in Acht nehmen.
Neue Brüsseler Pläne
Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, haben sich führende europäische Videospielunternehmen für das Konzept einer eigenen Spielemesse ausgesprochen, die "stark auf ganz Europa" ausgerichtet sein soll. Demnach sei der EU-Verband der Entwicklerunternehmen, die Interactive Software Federation mit Sitz in Brüssel, bereits mit ersten Planungen beschäftigt. Wie die FTD aus Branchenkreisen erfahren haben will, sei mit einer solchen Veranstaltung jedoch nicht vor 2010 zu rechnen.
Gelassenheit in der Domstadt
Das Logo der Kölner Spielemesse.
Bild: Kölnmesse
Mit Bekanntwerden einer EU-Messe dürfte sich der Erfolgsdruck für Leipzig und Köln noch einmal erhöhen. Erst Ende Oktober hatten die Kölner den direkten Konfrontationskurs eingeschlagen, indem sie ankündigten, die Gamescom zwischen dem 19. und 23. August zu öffnen – und damit im gleichen Zeitraum wie das Leipziger Pendant. Noch sieht man in Köln einer europäischen Mega-Messe gelassen gegenüber: "Wenn die Veranstaltung funktioniert, wird die Branche eine Leitmesse haben, bei der ich nicht denke, dass in Europa weiterer Platz ist", zitiert die FTD den Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver Kuhrt. Für 2009 erwartet er in der Domstadt einen regen Besucheransturm: "Wir gehen davon aus, dass es uns gelingen wird, weit über 200.000 Besucher zu bekommen."
Nur einer kann hierzulande gewinnen
Auch in Leipzig sorgen die Pläne aus Brüssel noch für wenig Aufregung. "Wir erfahren große Unterstützung aus der Branche", sagte Messe-Chef Wolfgang Marzin der FTD. Er rechne jedoch bei drei Playern mit einer Neuordnung des Marktes. Früher oder später würde entweder die Gamescom oder die Games Convention den Kürzeren ziehen. Es sei davon auszugehen, dass es neben Veranstaltungen in den USA und in Asien künftig wohl nur Platz für eine deutsche Veranstaltung sowie eine europäische Videospielmesse gebe.