Im langsam gesättigten
Breitband-Markt in Deutschland wird es immer schwieriger neue Kunden für das eigene Produkt zu begeistern. Die Provider bündeln ihre Pakete mit immer mehr Zusatzfeatures, um Kunden zu locken. Der Hamburger Telekommunikationsanbieter Hansenet hatte bei seiner
DSL-Marke
Alice zuletzt die
IPTV-Option kostenlos zu den DSL-Paketen zugebucht. Aktuell winken auch
fünf Gratismonate bei Bestellung eines Alice-Komplettpaketes.
Gewinn geht zurück
Dennoch sprechen die nun von Alice für das dritte Quartal dieses Jahres veröffentlichten Geschäftszahlen eine eher ernüchternde Sprache. Das Umsatzwachstum ist zwar weiterhin positiv und lag in den ersten beiden Quartalen nahezu gleichbleibend bei jeweils rund 300 Millionen Euro. Im diesjährigen Herbstquartal setzte Hansenet 298 Millionen Euro um und erreichte damit seit Jahresanfang einen Gesamtumsatz von 899 Millionen Euro. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres konnte Alice den Umsatz um 17 Prozent steigern. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank aber im dritten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent von 197 Millionen Euro auf 185 Millionen Euro.
Alice verliert im dritten Quartal 18.000 DSL-Kunden
Im dritten Quartal entschied sich mit 143.000 Kunden eine ähnlich große Zahl wie im zweiten Quartal für die Alice Mobilfunk-Option. Alice zählte damit Ende September rund aktivierte 636.000 Mobilfunk-Kunden.
Die Zahl der DSL-Kunden hat im Jahresverlauf nach dem ersten Quartal gemächlich aber kontinuierlich abgenommen und ist nun mit einer Zahl von 2,34 Millionen Kunden knapp unter den Stand gefallen, den das Hamburger Unternehmen zu Jahresbeginn verzeichnen konnte. Im dritten Quartal musste Alice einen Verlust von rund 18.000 DSL-Kunden verkraften.
Carlos Lambarri, Hansenet Geschäftsführer, zeigt sich für die Zukunft aber optimistisch. "Im dritten Quartal haben wir ein neues Produkt-Paket auf den Markt gebracht, das unser TV Angebot ohne zusätzliche Kosten beinhaltet. Dieses Angebot wird uns im vierten Quartal positive Ergebnisse, besonders hinsichtlich der Entwicklung unserer Kundenzahlen, liefern", so Lambarri. Angesichts der zurückgehenden Kundenzahlen ist der Versuch, die Kunden mit optionalen Vertragslaufzeiten von
24 Monaten länger an das Unternehmen zu binden, verständlich.
Lambarri hatte in den letzten Monaten immer wieder aufkommenden Spekulationen über einen Verkauf der Telecom Italia Tochter Hansenet heftig
widersprochen. "Unser italienischer Mutterkonzern hat sich klar dagegen ausgesprochen" bekräftigte Lambarri im Oktober.