Monatelang hat der Abwehrkampf getobt: Der Internetkonzern Yahoo! widersetzte sich vehement gegen eine
Übernahme durch den Softwareriesen Microsoft, der im Frühjahr zuletzt fast 50 Milliarden US-Dollar für Yahoo! zahlen wollte. Yahoo! ist aktuell nicht nicht in der besten Position für neue Verhandlungen: der
Werbedeal mit Google, der eine größere Millionensumme in die leere Kasse von Yahoo! gespült hätte, ist endgültig geplatzt. Nach einem starken
Gewinneinbruch ist Yahoo! zu drastischen Einschnitten beim Personal gezwungen.
Microsoft soll Yahoo! kaufen
Yahoo!-Chef Jerry Yang hat aber wohl erkannt, dass er verloren hat - und seinen Widerstand gegen Microsoft nun aufgegeben. Eifrig hatte er nach Partnern gesucht, die Yahoo! vor Microsoft schützen könnten. Eine
Fusion mit AOL war nur eine von etlichen Planungen. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte Yang auf einer Konferenz in San Francisco jetzt aber resignierend verkündet:"Das Beste, was Microsoft heute tun kann, ist, Yahoo zu kaufen". Der Verkauf seines Internetkonzerns an Microsoft sei der beste Weg für Yahoo!. Es gebe aber derzeit keine neuen Gespräche zwischen beiden Unternehmen.
Microsoft hat kein Interesse mehr an Yahoo!
Die wird es aller Voraussicht nach auch nicht geben, denn Microsoft-Chef Steve Balmer hat bereits angekündigt kein Interesse mehr an Yahoo! zu haben. "Wir haben ein Gebot gemacht, wir haben ein weiteres Gebot gemacht und es war mehr als deutlich, dass Yahoo! nicht verkaufen will", so Balmer nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Eine Art von Partnerschaft schloss Ballmer dagegen nicht aus.
Ob dies wirklich das letzte Wort von Microsoft ist, wird sich zeigen. Es könnte auch zur Strategie Balmers gehören, um den Preis für Yahoo! weiter zu drücken. Für Jerry Yang wird die Luft als Yahoo!-Chef dagegen immer dünner, der Aktienkurs liegt am Boden. Analysten halten laut "Handelsblatt" einen Rücktritt Yangs nicht für ausgeschlossen. "Das ist der klassische Fall eines Unternehmens, das dringend frisches Blut braucht", so die Einschätzung von Anthony Valencia, Fondsmanager der TWC Group.