Platz für bis zu 100.000 Server soll das neue Rechenzentrum des
Webhosting-Anbieters
1&1 nach Fertigstellung im nächsten Jahr haben. Im Gebäude der ehemaligen Brennelementefabrik "Neue MOX" auf dem Gelände des Siemens Technopark in Hanau wird dann auf 10.000 Quadratmetern Fläche eines der größten Rechenzentren Europas entstehen. Ein entsprechender Kaufvertrag zwischen dem Internet-Anbieter und Siemens wurde bereits Mitte September unterzeichnet.
Ende 2009 geht es los
Die High-Tech-Anlage soll bereits Ende 2009 in Betrieb gehen. Dann werden hier vorrangig so genannte Dedicated Server untergebracht. Von diesem Typ hat das Unternehmen weltweit über 55.000 Rechner im Einsatz. Das Besondere an diesen Servern ist, dass sie nur jeweils einem Geschäftskunden vollständig zur Verfügung stehen. Zudem biete das neue Rechenzentrum ausreichend Reserven für neue Dienste wie
Software as a Service und Cloud Computing, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dabei werden Anwendungen und Hardware von den Arbeitsplätzen der Benutzer in Internet-Rechenzentren verlagert.
"Grünes" Rechenzentrum
"Den Standort Hanau haben wir bewusst gewählt, um die Betriebssicherheit für unsere Internet-Services weiter zu erhöhen", erklärt Robert Hoffmann, Vorstandssprecher der 1&1 Internet AG. Durch die räumliche Distanz zu den bisherigen Rechenzentren im Großraum Karlsruhe sei sichergestellt, dass die Dienste auch im Katastrophenfall erreichbar seien. Ein schöner Nebeneffekt sei außerdem, dass aus der einstmals so umstrittenen Atomfabrik jetzt ein "grünes" Rechenzentrum werde. Darauf lege der Webhosting-Anbieter besonderen Wert, da der Strom für alle Rechenzentren des Unternehmens aus regenerativen Quellen kommt.
Energiesparende Hardware im Einsatz
Auch das Thema Energiesparen steht bei 1&1 hoch im Kurs. "Schon alleine weil die Stromrechnung für uns einen Großteil der Betriebskosten ausmacht", so Hoffmann. Der Gebäudekomplex und die umliegende Fläche böten zudem ausreichend Platz, um energiesparende Freikühler aufzustellen, die die Außentemperatur zur Kühlung nutzen und so den Stromverbrauch massiv reduzierten. Auch bei den Servern setze das Unternehmen auf Komponenten mit niedrigem Stromverbrauch.
Michael Friedrichs