Mittwoch, 05.11.2008 11:02

Deutsche Telekom: Das Flop-Geschäft "Entertain"

aus dem Bereich Breitband
Es sind keine guten Zahlen, die die "Financial Times Deutschland" (FTD) enthüllt. Wie die Wirtschaftszeitung am Mittwoch berichtet, fristet das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom hierzulande ein Schattendasein. Von den ursprünglich eine Million Kunden des Triple-Play-Angebots Entertain, die bis zum Jahresende eingeplant waren, bleiben nach neuesten Prognosen lediglich 400.000 übrig. Eine aggressive Preis- und Werbeoffensive soll nun doch noch die Wende herbeibringen.

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Ungebrochene Festnetzflucht

Einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe der Quartalszahlen will die FTD aus internen Kreisen unangenehme Details erfahren haben. Telekom-Festnetzvorstand Timotheus Höttges hatte erst kürzlich bekräftigt, dass man zumindest an dem neu gesteckten Ziel von 500.000 Nutzern festhalten werde: Ein "ambitioniertes" Vorhaben, wie befragte Telekom-Mitarbeiter selbst urteilen. IPTV galt als der Rettungsanker im kriselnden Festkundengeschäft, in dem die Telekom ungebrochen Million von Kunden jährlich verliert. Wie Höttges der FTD mitteilte, beziffert er den diesjährigen Gewinnrückgang in der Sparte auf rund vier bis fünf Prozent.

Keine Schadenfreude bei der Konkurrenz

Auch bei den Wettbewerbern dürfte beim Schlachtruf "Internet-TV" keine Jubelstimmung aufkommen. Hansenet zum Beispiel bietet seinen Alice-Kunden seit Ende August eine kostenlose IPTV-Option mit über hundert Sendern an. Bislang haben allerdings erst 20.000 Nutzer zugeschlagen, teilten die Hamburger mit. Tendenz: stagnierend. Insgesamt hat Hansenet 2,35 Millionen Haushalte unter Vertrag. Der Vodafone-Tochter Arcor ließen sich nicht einmal konkrete Zahlen entlocken – "wenige Tausend" IPTV-Nutzer sollen es dort nach FTD-Informationen sein.

Telekom-Mitarbeiter als Lückenfüller

Um das Ruder doch noch herumzureißen, feile die Telekom-Konzernleitung derzeit an einem Rettungsplan. Die alte Strategie, das eigene Personal als willkommenen Lückenfüller in die Statistik einzuspannen, scheint jedenfalls im Realgeschäft keine Vorteile zu bringen: Höttges schätzt, dass allein 4.000 bis 5.000 Telekom-Mitarbeiter derzeit Entertain zum billigen Vorzugspreis beziehen. Stattdessen wollen die Bonner in der hereinbrechenden Schenksaison in großem Maße und mit hohem finanziellen Aufwand auf die Werbung setzen.

Erst vor wenigen Tagen gab der Ex-Monopolist eine Kostprobe, als der Entschluss bekannt wurde, Kunden künftig den Festplatten- und Media-Receiver MR 300 kostenlos bei Vertragsabschluß zu überlassen. Die Telekom selbst zahlt im Einkauf rund 150 Euro pro Gerät. Gleichzeitig soll auch das Unterhaltungsangebot aufgestockt werden. Rund 2.500 Radiostationen werden nach den Plänen ab Anfang Dezember in den Streaming-Dienst integriert. Mittelfristig soll Entertain zudem weiter personalisiert werden: Kunden werden dann die Möglichkeit haben, eigene Multimedia-Inhalte in der Medienzentrale zu speichern und von jedem Internet-fähigen Rechner der Welt darauf zuzugreifen.
André Vatter
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 Ich würde es bestellen, wenn... (30 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von gehirnsauger am 11.02.2009 um 22:30 Uhr
 Da kann ich eine klammheimliche Freude nicht verbergen... (32 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Blauer am 10.11.2008 um 23:56 Uhr
 Würde ja gerne haben..... (14 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von sevenone am 07.11.2008 um 11:51 Uhr
 Kein Wunder bei der Bildqualität (2 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von rbugar am 06.11.2008 um 12:35 Uhr
 gutes Produkt mit macken (1 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von rbugar am 06.11.2008 um 08:47 Uhr
 Hurra. Deutsche Telekom gibt ja nicht mal Auskunft über Verfügbarkeit. (8 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von wolfshoeher am 06.11.2008 um 07:37 Uhr
 selbst schuld Deutsche Telekom (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von southkorea am 05.11.2008 um 11:24 Uhr
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