Der Haken: All diese Dienste sind nur mit entsprechenden technischen Standards denkbar. Die
Breitbandversorgung wird in neue Dimensionen aufbrechen, so die Feldafinger-Experten. Vielleicht muss sich der Cyberspace komplett neu erfinden.
Alles neu macht "clean slate"
"Es ist abzusehen, dass die über 30 Jahre alte Architektur des Internet nicht mehr ausreicht, um neue Anforderungen zu bewältigen", heißt es in der Studie. Neue, flexible Architekturkonzepte und Protokolle braucht das Web-Land. Vielleicht sogar einen kompletten Neustart. Eine Idee, die in den USA bereits als "clean-slate"-Ansatz verfolgt wird.
Die große Unbekannte in der Web 3.0-Formel lautet Sicherheit und Datenschutz. Ein kleiner Schritt in der Theorie, aber ein großer für die IT-Branche, denn Viren können in einem allgegenwärtigen Mega-Web mehr Schaden anrichten denn je. Und ein komplexes System ist schwer zu kontrollieren.
Ein Sicherheitsleck und das Chaos ist perfekt: In einem Netz, wo sich Autos gegenseitig vor Unfallquellen warnen, könnten Hacker oder Terroristen vielleicht einen katastrophalen GAU auf der Autobahn auslösen. Und mancher Science Fiction-Roman würde durch die Gegenwart eingeholt. "Sicherheit ist die Bedingung, ohne die nichts geht", bestätigt auch Raffler. "Wenn Sie die nicht haben, wird das Web der Zukunft nicht funktionieren, weil die Menschen es ablehnen." Und die schöne neue Web-Blase zerplatzt schon in der Entstehung.
Dorothee Monreal