Knapp zwei Jahre hat das Prepaid-Angebot
Flex vom deutschen Pay-TV-Marktführer
Premiere in der deutschen TV-Landschaft überlebt, nun stirbt es praktisch schon wieder aus. Ab sofort ist es für Neukunden nicht mehr möglich, eine Premiere-Prapaidkarte zu bestellen. Das ist ein weiteres klares Zeichen, dass der neue Premiere-Chef
Mark Williams den Münchner Abosender von Grund auf saniert.
Volle Konzentration auf Abos
Auf der
Premiere-Homepage heißt es derzeit nur lapidar:
Der Neuerwerb von Premiere Flex ist online ab sofort nicht mehr möglich. Sollten Sie bereits Premiere Flex-Kunde sein, können Sie dieses Produkt selbstverständlich weiter nutzen. Ein Premiere-Sprecher bestätigte auf Anfrage von onlinekosten.de die Einstellung der Neukundenvermarktung. Man wolle sich künftig wieder auf den Verkauf von Laufzeitverträgen konzentrieren. Bestandskunden werden allerdings nicht gekündigt, sondern können das Angebot weiter nutzen. Auch das Aufladen von neuem Guthaben ist weiterhin möglich.
Fokus liegt auf Abo-Kunden.
Bild: Premiere
Überraschend kommt das Ende der Vermarktung nicht. Anfang Oktober lies Williams kommunizieren, dass Premiere
deutlich weniger Kunden habe als ursprünglich angenommen. Ende September betreute der Sender nur 3,11 Millionen Kunden. Davon entfallen nur gerade einmal 118.000 Abonnenten in das Pay-per-View oder Prepaid-Segment. Der von der einstigen Führungsriege erhoffte Erfolg, viele Gelegenheitsnutzer ansprechen zu können, blieb also offenbar aus. Auch wegen vergleichsweise hoher Preise.
Übernahmegerüchte treiben Premiere-Aktie
An der Börse sorgt derweil das Gerücht für Aufsehen, dass Medienmogul Rupert Murdoch eine Übernahme von Premiere anstrebe. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf die Tageszeitung "Sydney Morning Herald", Murdoch habe vor Analysten in Sydney verlauten lassen, sein Konzern News Corp prüfe bereits eingehend die Premiere-Bücher. In Frankfurt legte der Aktienkurs daraufhin deutlich zu und stieg auf bis zu 3,58 Euro. Inzwischen hat sich der Kurs bei etwa 3,15 Euro eingependelt. Auch das entspricht gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag noch einem Plus von gut 20 Prozent.