Nicht nur in Paris, New York und
Berlin, sondern auch in Hamburg streitet eine engagierte Initiative für die Einführung einer eigenen Top-Level-Domain für die Stadt. Künftig könnten damit lokale Internet-Angebote der Hanseaten mit dem Zusatz ".hamburg" im Netz zu finden sein.
"Lokale Identität" für Hamburger
Dafür jedenfalls kämpft der Verein dotHAMBURG, der am Rande des derzeit in Kairo stattfindenden 33. Meetings der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) seine Pläne bekannt gab. Ziel der Initiative sei "die Schaffung einer eigenen lokalen Identität für die Hamburger im Internet", durch die das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und die Attraktivität von Hamburg als Wirtschaftsstandort gesteigert werden soll.
DotHAMBURG sei derzeit damit beschäftigt, Unterstützer für das Projekt zu gewinnen, um den Bewerbungsprozess zügig voranzutreiben. Bislang haben sich unter anderem der Hamburger "Gelbe Seiten"-Verlag Dumrath & Fassnacht sowie der TVG Verlag der Initiative angeschlossen. Auch der ehemalige Chef von Google Deutschland, Holger Meyer, sowie die Hamburger atlantis media GmbH sollen bereits als Unterstützer gewonnen worden sein. Für ein transparentes Vergabeverfahren der Domains plane man zudem, ein Beratungsgremium einzurichten.
Bewerbungsverfahren beginnen 2009
Die Zeit drängt: Bereits im kommenden Jahr wird die ICANN erste Bewerbungen für Top-Level-Domains entgegennehmen. Befürwortung erhält das Projekt auch von der Bundesregierung. Regionale Domain-Endungen seien nötig, um sowohl die stärkere regionale Nutzung des Internet zu fördern als auch lokale Märkte und Nutzungsräume bereits auf Ebene der Top-Level-Domains sichtbar zu machen, hieß es im Rahmen eines
gemeinsamen Antrags von CDU/CSU und SPD Anfang des Jahres.
André Vatter