Dienstag, 28.10.2008 16:11

46 Länder sagen Spam-Abzockern den Kampf an

aus dem Bereich Sonstiges
"Der Spammer sitzt in Russland und nutzt Server in Korea", nennt der Professor ein Beispiel. Global sei auch der Versand: "Kriminelle kapern die Rechner von vielen Nutzern wie Du und ich und versenden damit Spam." Über ein sogenanntes Botnetz, also einen Verband fremdgesteuerter Computer, lassen sich mühelos Millionen von E-Mails innerhalb von Minuten in Umlauf bringen.

Wie eine Kooperation über Ländergrenzen hinweg aussehen könnte, zeigt eine in Wiesbaden angekündigte Initiative von Banken und Internet-Konzernen: Microsoft und Yahoo sowie die Afrikanische Entwicklungsbank und Western Union wollen den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Behörden forcieren. Geschädigte sollen sich bei der örtlichen Polizei melden und anschließend die Ermittlungsakte an die neuen Beschwerdestellen der vier Unternehmen weitergeben.

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Nebeneffekt: Imagepflege für Konzerne

Microsoft und Co. wollen die Daten - in anonymisierter Form - auswerten und etwa recherchieren, von wo aus die Spammer ihre Mails verschicken. Diese Erkenntnisse werde man der Polizei im jeweiligen Land zur Verfügung stellen, sagte Tim Cranton, der bei Microsoft für die Kooperation mit Behörden zuständig ist. Klar ist allerdings: Die Initiative läuft ins Leere, wenn die zuständigen Behörden am Ort nicht durchgreifen. "Wir können Lotterie-Betrug nicht verhindern, aber erschweren", sagte Cranton.

Wenn die Initiative fruchtet, würden die Computer-Konzerne doppelt profitieren: Zum einen leidet der Ruf der Riesen darunter, dass man ihre Namen missbraucht - weniger Betrug tut dem Image gut. Zum anderen sind sie aufs Vertrauen der Nutzer angewiesen. Laut einer am Dienstag vorgestellten Umfrage von Microsoft unter 5000 Usern aus sieben Ländern ist jedoch mehr als ein Drittel der Befragten bei der Internet-Nutzung zurückhaltend - eben wegen solcher Betrügereien.

Eigenen PC vor "Kidnapping" schützen

Einig sind sich die Experten, dass man im Kampf gegen den Betrug noch früher ansetzen muss: bevor der Schaden entsteht. "Viele Nutzer schützen sich nicht richtig", sagt Norbert Pohlmann. Dadurch könnten Kriminelle fremde Rechner für ihre Botnetze kapern und so Spam-Mails im großen Maßstab verschicken. "Wir müssen die Bevölkerung aufklären, was im Internet passiert", fordert er. Obwohl die betrügerischen Mails immer authentischer gestaltet sind - auf den vermeintlichen Millionengewinn falle ein erfahrener Nutzer nicht herein.

Weitere Anregungen zum Schutz vor Spams enthalten der Spam-Rategber und der Phishing-Ratgeber von onlinekosten.de.
Dorothee Monreal / dpa
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