Das Glück kommt per E-Mail: Eine Million Dollar, verspricht ein Dr. Smith Walker, habe der Empfänger in der jährlichen Lotterie des Software-Riesen Microsoft gewonnen. Um an das Geld zu gelangen, müsse der Gewinner nur noch schnell eine Bearbeitungsgebühr auf ein ausländisches Konto überweisen. Doch wer mitmacht, verliert: Denn die Mail stammt nicht von Microsoft, sondern von einem Internet-Betrüger. Und das Geld ist weg.
Spam: "Gewürztes Fleisch und Schinken"
Unerwünschte Werbung per Mail - Spam genannt - ist die Seuche des Internet-Zeitalters. Der Begriff leitet sich von einem amerikanischen Dosenfleisch ab ("Spam": spiced porc and ham, etwa "Gewürztes Schweinefleisch und Schinken"), das im Zweiten Weltkrieg in den USA sehr beliebt war und noch heute seine Fans hat.
Zu zweifelhaftem Ruhm als Internet-Plage kam das Spam-Fleisch durch die britische Komikertruppe Monty Python. Sie schrieb einen Song, dessen Text fast nur aus dem Namen der Dosendelikatesse besteht: "Spam, spam, spam,.. ., spam, wonderful spam".
Gefälschte Gewinnmitteilungen sind die neueste Variante des Virus. Seit rund einem Jahr versuchen Betrüger, unaufmerksame Nutzer so um ihr Geld zu bringen.
Der Lotterie-Betrug (lottery scam) ist daher ein Schwerpunkt beim diesjährigen Anti-Spam-Kongress (bis 29. Oktober) in Wiesbaden. Dort bringt der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco Branchenvertreter und Behörden aus 46 Ländern zusammen. Der Tenor: Gegen die international agierenden Spammer-Banden hilft nur internationale Zusammenarbeit.
Millionen Mails im Minutentakt
Trockenlegen lässt sich die Flut bis auf weiteres nicht. "Die Spammer nutzen aus, dass die internationalen Strafverfolgungsbehörden schlecht vernetzt sind", sagt Norbert Pohlmann von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Die Kriminellen seien vor allem in Ländern mit laxer Strafverfolgung aktiv.