Die Geräte durchleuchten Passagiere bis auf die Haut. Auf einem
dreidimensionalen Bild ist der Fluggast in Umrissen ohne Kleidung
sichtbar. Alle am Körper befestigten Gegenstände - etwa versteckte
Waffen - werden sichtbar. Die Scanner sind probeweise auf Flughäfen
in Amsterdam, Zürich und London im Einsatz. Der Kommissionssprecher
sicherte zu, Verkehrskommissar Antonio Tajani werde mit dem
Europaparlament eng zusammenarbeiten, um alle Bedenken mit Blick auf
Datenschutz, Privatsphäre und Gesundheit zu klären.
Intimsphäre soll bewahrt bleiben
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) sicherte
die Wahrung der Intimsphäre zu. Der Kontrolleur am Bildschirm werde
die Betroffenen nicht direkt sehen können. "Damit wird
ausgeschlossen, dass das Bild der Person direkt zugeordnet werden
kann", erklärte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Laut Bundespolizei
sollen in Deutschland zunächst im Labor Gesundheits- und
Sicherheitsaspekte sowie mit Hilfe externer Experten rechtliche
Fragen geklärt werden. "Erst wenn klar ist, ob dieser Scanner unseren
Anforderungen entspricht, wird über einen Praxistest entschieden",
sagte Sprecher Jörg Kunzendorf der Deutschen Presse-Agentur.
Das Europaparlament in Straßburg forderte die EU-Kommission in
einer Entschließung auf, in drei Monaten mögliche Auswirkungen auf
Persönlichkeitsrechte und Gesundheit zu prüfen. Ein Antrag der
Liberalen zum Verzicht auf das Projekt fand keine Mehrheit. Besorgt
sind die Abgeordneten in erster Linie darüber, dass die Kommission
das Vorhaben "durch die Hintertür" ohne Diskussion einführen könnte.
Dieses "äußerst heikle Thema" erfordere eine "umfassende und offene
Diskussion mit Fluggästen auf EU- und einzelstaatlicher Ebene".
Hayo Lücke
/ dpa