Deutsche Politiker aus Opposition und Koalition lehnen den Einsatz von "Nackt-Scannern" an Flughäfen als Verletzung der Intimsphäre ab. Die EU-Kommission verteidigte ihren Vorstoß: Die Durchleuchtungsgeräte seien eine effektive, aber freiwillige Ergänzung der Kontrollen. Das Europaparlament verlangte weitere Prüfungen. In Deutschland sollen erste Labortests Ende des
Jahres kommen.
Kritik allerorten
Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz findet das Vorhaben "in
jeder Beziehung fragwürdig und unverhältnismäßig", wie er dem
Internetportal Handelsblatt.com am Donnerstag in Berlin sagte. Sein
FDP-Kollege Max Stadler befand: "Was zu weit geht, geht zu weit." Die
Methode überschreite alle Schamgrenzen. Der Grünen-Experte Wolfgang
Wieland sprach von einem "elektronischen Zwangs-Strip" und einer
«Massenerniedrigung der Passagiere». Grünen-Chefin Claudia Roth warf
der Kommission krankhaften Kontrollwahn vor. Ulla Jelpke von der
Linksfraktion sagte: "Ein Flughafen ist kein FKK-Strand, und
Flugpassagiere sind keine Akteure einer Peepshow."
Die FDP-Politikerin Gisela Piltz und ihr Grünen-Kollege Volker
Beck argumentierten im Internetportal fr-online.de, dass auf den
Bildern der Geräte sogar Brustamputationen oder künstliche
Darmausgänge sichtbar würden. Die EU-Kommission versuchte, Bedenken zu zerstreuen. "Wir wollen ausschließen, dass ein Passagier dazu gezwungen wird, und wir wollen auch die Mitgliedstaaten nicht verpflichten, das einzusetzen", erläuterte ein Sprecher in Brüssel.