Online-Spiele haben bei jungen Internetsurfern eine große Anhängerschar. Stundenlang verbringen sie vor ihrem Computer und fechten virtuelle Kämpfe aus, um als Belohnung virtuelle Schätze anzuhäufen. Diese virtuellen Güter sind inzwischen so begehrt, dass es einen regelrechten, lukrativen
Tauschhandel damit gibt.
Virtuelles Amulett gestohlen
Weniger auf einen Tausch als auf einen Raub hatten es allerdings zwei niederländische Jugendliche in der Stadt Leeuwarden abgesehen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hatten die beiden 15- und 14-jährigen Niederländer einen 13-jährigen Mitschüler mit einem Messer bedroht, damit dieser ihnen eine virtuelle Maske und ein Amulett aus dem Online-Spiel RuneScape auf die eigenen Accounts überträgt. Das Gericht sah diesen Vorgang nicht als Bagatelle an, sondern definierte die Tat der beiden Jugendlichen als Diebstahl. Auch virtuelle Güter seien nach niederländischem Recht Güter.
Das Gericht verurteilte beide Täter zu gemeinnütziger Arbeit: der 15-jährige wurde zu 200 Stunden, der 14-jährige zu 160 Stunden Arbeit verurteilt. Nicht ohne Einfluss auf das Ausmaß des Urteils dürfte die Bedrohung mit einem Messer gewesen sein.
Bisher gab es erst wenige solcher virtuellen Diebstähle. Im Jahr 2003 hatte ein 21-jähriger japanischer Spieler des Online-Games "Ultima Online" den Spielernamen einer Mitspielerin gestohlen und ihr
virtuelles Haus für reale 380 Euro verkauft.
Jörg Schamberg