Schlechte Noten bekommt in diesen Tagen nicht nur das deutsche Bildungssystem – auch im hiesigen
Breitbandsektor sieht es eher düster aus. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Stiftung Warentest überregionale Anbieter vorgeknöpft und ist dabei zu enttäuschenden Ergebnissen gekommen. Auch 2008 stehen wieder die Doppel-Flatrate-Angebote von neun überregionalen DSL-Providern auf der Prüfliste. Und abermals stellen die Tester dem Markt ein Armutszeugnis aus – mit einer Ausnahme.
Nur einmal "gut" vergeben
Mit Abstand am besten schloss
T-Home ab. Bei Basis- und Zusatzleistungen und Beratung brachte es die Telekom-Fetstnetzsparte auf durchweg ordentliche Ergebnisse, so dass am Ende als Gesamtnote ein "gut" (1,8) auf dem Papier stand. Allerdings räumt Stiftung Warentest ein, dass es sich dabei auch mit Abstand um das teuerste Angebot im Vergleich handelt. Dafür kann der Kunde aber auch eine schnelle Einrichtung, eine stabile Internetverbindung, eine Reihe von Produktbeigaben und eine solide Beratung erwarten.
Auf Platz zwei landete
Arcor (2,8), gefolgt von
Alice (3,1) und
o2 (3,2). Das hintere Mittefeld teilen sich
1&1 (3,6), die T-Billigmarkge
congstar (3,6),
Versatel (3,6) und
Strato (3,7). Schlusslicht bildet
freenet (4,0), ein Anbieter, der in erster Linie durch eine mangelhafte Beratung auffiel. Überhaupt scheint ein Großteil der Provider auch nach Jahren der Markterfahrung weiterhin große Probleme mit der Qualität des Supports zu haben: Während des Tests blieben E-Mails unbeantwortet oder auf die Fragen der Kunden folgten Satzbaustein-Tipps, die nicht zur Lösung des Problems beitrugen. Der E-Mail-Support bei der Hälfte der getesteten
DSL Anbieter bekam in der Folge ein "mangelhaft" aufgedrückt. Ein wenig besser sah es bei der telefonischen Beratung aus, die aber in den meisten Fällen kostenpflichtig ist.
Zwei Monate Wartezeit bis zur Freischaltung
Nur selten bekommen Kunden die Bandbreite,
die ihnen versprochen wurde. Bild: Photocase.
Doch auf derlei Probleme stoßen nicht erst die Bestandskunden – selbst, wer sich gerade erst für einen
DSL-Anbieter entschlossen hat, muss sich in Geduld üben. Die Stiftung Warentest protokollierte die Wartezeit zwischen Bestellung und Freischaltung des jeweiligen Anschlusses. Auch in diesem Fall war T-Home mit rund zwei Wochen Klassenprimus. Alice und 1&1 schafften es immerhin innerhalb von 21 Tagen, den Nutzer an das Netz anzuschließen. Die übrigen Anbieter ließen hingegen Wochen ins Land gehen: der Versatel-Kunde musste im Schnitt sogar über zwei Monate warten, bis er das erste Mal seine E-Mails abfragen konnte.
Das Märchen von den 16 Mbit/s
Wurde der Anschluss erst einmal geschaltet, folgte in den meisten Fällen erneute Ernüchterung: Da wäre das Märchen von den 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), die in der Werbung oft angepriesen – in der Praxis aber nur selten erreicht werden. Die Anbieter ziehen sich wiederum mit der juristischen Absicherung "bis zu" aus der Affäre.