Das ehemals von der radikal-islamischen Taliban beherrschte Afghanistan kommt auch Jahre nach der Intervention ausländischer Truppen nicht zur Ruhe. Die seit 2002 im Rahmen der ISAF-Mission in Afghanistan tätige Bundeswehr musste bereits 30 Todesopfer beklagen. Die deutschen Soldaten werden zwar im eher ruhigen Norden Afghanistans eingesetzt, doch auch diese Region wird zunehmend unberechenbarer.
Taliban setzten Frist
Die Kämpfer der Taliban leisten immer noch erbitterten Widerstand und sind in einigen Gebieten sogar wieder erstarkt. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters forderte die Taliban nun von den Mobilfunk-Betreibern in der Provinz Ghasni tagsüber ihre Mobilfunknetze abzuschalten. "Wir wollen, dass die Firmen ihr Signal ab heute für zehn Tage abschalten, weil es das Leben unserer Kämpfer gefährdet", so ein Taliban-Sprecher gegenüber Reuters. Diese Frist könne auch verlängert werden.
Aufständische fürchten Ortung über Mobiltelefone
Von den fünf in Afghanistan tätigen Mobilfunkfirmen, von denen drei aus dem Ausland kommen, hatte die Taliban bereits zuvor verlangt, die Mobilfunknetze nachts abzuschalten. Die Taliban befürchtet eine
Ortung ihrer Kämpfer über deren
Mobiltelefone durch die US-Truppen und die internationale Schutztruppe. Die Netzbetreiber halten sich jedoch nur in beschränktem Umfang an die Taliban-Forderungen. Selbst in den Hochburgen der Taliban im Süden des Landes gebe es kaum Netzabschaltungen. Die aufständischen Taliban-Kämpfer haben nach Angaben von Reuters bereits mehrere Mobilfunkmasten gesprengt.
Jörg Schamberg