Ab sofort ist es soweit: Der größte Software-Hersteller der Welt ruft den globalen "Anti-Piraterie-Tag" aus. Zeitgleich in 48 Ländern auf sechs Kontinenten werden lokale und internationale Kampagnen gestartet, die dem organisierten Handel von illegalen und gefälschten Programmen endgültig den Riegel vorschieben sollen.
50 Milliarden Dollar Schaden
Hintergrund des selbst geschaffenen Gedenktags ist das anhaltende Problem des Software-Diebstahls: "Allein im Jahr 2007 betrug der geschätzte Verlust für die Wirtschaft weltweit knapp 50 Milliarden US-Dollar", sagt David Finn, Microsofts Top-Anwalt in Pirateriefragen. "Der Großteil davon verschwindet in den Taschen von Verbrechern." Geld, das eigentlich zurück zu den Gemeinden zu fließen sollte, um das lokale Geschäft anzukurbeln, wie er betont. Unterstützung erhält Finn von Rob McKenna, dem Generalstaatsanwalt des Bundessstaates Washington, der sich der Microsoft-Bewegung angeschlossen hat: "Raubkopierer vernichten amerikanische Arbeitsplätze und ersticken den Wettbewerb", so McKenna. Piraterie und Fälschungen würden eine ernstzunehmende und wachsende Gefahr für geistiges Eigentum und Innovation bedeuten.
Sichergestellte Fälscherware. Bild: Microsoft
Bildung und Bestrafung als Konzept
Microsoft hat eine detaillierte
Liste veröffentlicht, in der sämtliche länderspezifischen Programme aufgeführt werden, die im Rahmen des Anti-Piraterie-Tages stattfinden. "Bildung und Bestrafung" könnte das Motto der Kampagne lauten. So läuft derzeit in Italien ein Arbeitnehmertraining, das dazu dienen soll, Familien und Freunde durch "informale soziale Netzwerke" von dem Problem der Piraterie in Kenntnis zu setzen. In den Vereinigten Staaten selbst hat man sich für eine härtere Gangart entschieden: Hier wurde beim Bundesgericht in neun Staaten Klage gegen zwanzig Händler eingereicht, die im Verdacht stehen, gestohlene Microsoft-Programme vertrieben zu haben. Auch in den Niederlanden werden pünktlich zum Gedenktag fünf Verkäufer vor Gericht gebracht.