Der Chef des Mobilfunkunternehmens Freenet, Eckhard Spoerr, übernimmt auch die Führung bei der Mobilfunk-Tochter debitel. Der bisherige debitel-Chef, Oliver Steil, werde den Posten mit sofortiger Wirkung räumen, teilten der Mutterkonzern Freenet und debitel am Donnerstagabend mit. Neben Spoerr sei auch Stephan Esch,
IT-Vorstand bei Freenet, zum Vorstand dieses Bereiches bei der
Konzerntochter bestellt worden. Beide Manager übernähmen ihre Ämter
ab sofort, hieß es in der Mitteilung weiter.
Spoerr gewinnt Machtkampf
Die Personalentscheidung ist der Höhepunkt eines seit längerem
dauernden Konflikts zwischen den beiden Unternehmen. Ende September
war Freenet-Chef Spoerr bereits auf einen Disput mit dem Großaktionär
Permira zugesteuert, weil Steil nicht in den Vorstand von Freenet
berufen worden war. Dies soll allerdings zuvor anders mit
Finanzinvestor Permira vereinbart gewesen sein. Der frühere McKinsey-
Partner Steil sollte als Vize-Vorstandschef für Marketing und
Vertrieb verantwortlich sein.
Ein Blick zurück
Permira hatte debitel Mitte 2004 von Swisscom für knapp 800
Millionen Euro übernommen. Im umkämpften Handymarkt ist Permira mit
dem Verkauf von debitel mit 25 Prozent der zweitgrößte Aktionär von
Freenet geworden. Größter Anteilseigner ist ein Konsortium aus
Drillisch und United Internet.
Freenet und debitel hatten sich zum drittgrößten Mobilfunkanbieter
Deutschlands zusammengeschlossen. Das kombinierte Unternehmen hat
einen Umsatz von knapp 5 Milliarden Euro und rund 19 Millionen
Kunden.
Hayo Lücke
/ dpa