Freitag, 17.10.2008 11:19

YouTube im Umbruch: noch lange nicht profitabel

aus dem Bereich Sonstiges
Millionen Menschen rund um den Globus kennen und nutzen das Videoportal YouTube. Trotz großer Reichweiten sind die Werbeumsätze des 2006 vom Google-Konzern für 1,6 Milliarden US-Dollar übernommenen Internetdienstes noch vergleichsweise gering. Doch YouTube wiegelt ab und bittet um Geduld.

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Keine Vorgabe von Google

Gegenüber der "Financial Times Deutschland" (FTD) schilderte YouTube-Chef und Mitgründer Chad Hurley, dass seitens Google kein Druck auf YouTube ausgeübt werde. "Es gibt keine Vorgabe von Google, wie schnell wir unsere Werbeerlöse steigern sollen", so Hurley. Im Fokus steht bei dem Videoportal vor allem der weitere Ausbau der Reichweite. Für YouTube sieht Hurley langfristig große Chancen, bis 2013 rechnet er mit einem Marktvolumen von fünf Milliarden US-Dollar. Da YouTube erst seit drei Jahren dabei sei, brauche die Entwicklung des Werbegeschäftes noch Zeit. Marktexperten schätzen den Jahresumsatz von YouTube auf weniger als 200 Millionen US-Dollar.

YouTube auf der Suche nach der besten Vermarktung

Google hat sich von dem Portal angesichts seiner Reichweiten finanziell wohl erheblich mehr versprochen. Alleine in den USA nutzten im April rund 72 Millionen US-Bürger YouTube und schauten sich drei Milliarden Videos an. Weltweit würden pro Minute 13 Stunden Videomaterial auf die YouTube-Server hochgeladen. Kein Wunder, dass Google-Chef Eric Schmidt langsam doch ungeduldig wird. "Wir haben die perfekte Lösung, damit Geld zu machen, noch nicht gefunden. Aber wir arbeiten daran", so Schmidt laut dem Bericht der FTD. Der Weg zu größeren Erlösen verläuft allerdings nicht so geradlinig wie erhofft. Zuletzt musste Google etwa die geplante Werbekooperation mit Yahoo wegen kartellrechtlicher Bedenken des US-Justizministeriums verschieben.

E-Commerce und Kooperationen rücken in den Vordergrund

Hurley kündigte allerdings für die kommenden Quartale Innovationen bei YouTube an. "Wir werden sicher in Zukunft die Stärken von Google ausspielen". Auch von Kooperationen mit Online-Händlern wie Amazon und iTunes verspricht sich der YouTube-Chef Erfolge. Unter bestimmten Videos finden Nutzer künftig Links zu den Online-Händlern, um Produkte direkt kaufen zu können. Einen großen Schritt stellt auch die Zusammenarbeit mit dem US-Sender CBS dar. Bei YouTube werden dadurch nun völlig legal auch komplette TV-Serien wie "MacGyver" zur Verfügung gestellt. "Zahlreiche Internetseiten haben mittlerweile großen Erfolg mit kompletten TV-Sendungen. In diesen Bereich stecken wir deshalb jetzt besonders viel Arbeit", erläutert er. Weitere Kooperationen mit TV-Sendern werden folgen. Konkurrenz erhält YouTube unter anderem durch den in den USA populären Videoservice Hulu. Aber auch der Videodienst Joost hat sich neu aufgestellt und ist nun direkt im Browser nutzbar.
Jörg Schamberg
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